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15.06.2017 14:03 Uhr

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Anschläge und Geiselnahme in Mogadischu: Mindestens 26 Tote

Mogadischu (dpa) Sechs Kämpfer der Terrormiliz Al-Shabaab haben bei Anschlägen auf zwei beliebte Restaurants in der somalischen Hauptstadt Mogadischu mindestens 20 Menschen getötet. Darunter seien Zivilisten sowie Sicherheitspersonal gewesen, teilte die Polizei mit. Außerdem seien 35 Menschen verletzt worden. Nach Behördenangaben wurden auch alle sechs Angreifer getötet. Somalische Soldaten hatten am Donnerstagmorgen eine Geiselnahme in einem der beiden Restaurants nach elf Stunden beendet.

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Passanten stehen nach einem Anschlag in Mogadischu (Somalia) neben ausgebrannten Fahrzeugwracks.

© dpa

Die Terrormiliz Al-Shabaab bekannte sich über den Radiosender Al-Andalus zu dem Attentat. Die angegriffenen Ziele seien Nachtclubs, in denen nicht-islamische Geschäfte betrieben würden, hieß es. Bilder zeigten zerstörte Gebäude und ausgebrannte Autos.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sein Auto am Mittwochabend vor dem Eingang des "Posh"-Restaurants in die Luft, wie der Polizist Ali Hassan der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Durch die Explosion sei auch das benachbarte, sehr beliebte "Pizza House"-Restaurant getroffen worden. "Sie schossen auf jeden in und vor dem Restaurant", berichtete ein Zeuge, der nach eigenen Angaben durch eine Hintertür der Pizzeria entkommen konnte.

Bewaffnete Angreifer stürmten Hassan zufolge beide Restaurants und hielten in einem der Gebäude Geiseln fest. Sicherheitskräfte fanden demnach am Donnerstagmorgen die Leichen von acht Menschen in der Pizzeria, unter ihnen sechs junge Frauen. Sie seien offensichtlich von den Terroristen erschossen worden.

Die Vereinten Nationen verurteilten den Angriff aufs Schärfste. "Es gibt keine Rechtfertigung für so eine blutrünstige Tat", sagte der oberste Vertreter der UN in Somalia, Michael Keating. Die Anschläge seien ein Rückschlag für die Aussicht auf eine friedliche Lösung in Somalia.

Die sunnitischen Extremisten von Al-Shabaab kämpfen seit Jahren um die Vorherrschaft in Somalia. Sie wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat errichten. Die Miliz führt immer wieder Angriffe und Anschläge aus. Dem in Washington ansässigen Africa Center for Strategic Studies zufolge ist Al-Shabaab im vergangenen Jahr mit 4281 Todesopfern die tödlichste islamistische Miliz in Afrika gewesen.

Eine 22 000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen die Terrororganisation. An der Mission sind mehrere afrikanische Staaten beteiligt. Daher verübt Al-Shabaab auch immer wieder Anschläge gegen Nachbarländer, etwa Kenia.

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