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Eva-Martina Weyer 18.06.2017 06:15 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Luther und nackte Tatsachen

Schwedt (MOZ) Einen besonderen Werbegag leisten sich die Uckermärkischen Bühnen Schwedt. Auf dem aktuellen Plakat, das die Zuschauer ins "Luther"-Musical locken soll, prangen nackte Tatsachen. Gestalter ist Theaterfotograf Udo Krause.

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Ziemlich frech: Der Kussmund auf der Glatze und der nackte Po unterm hellblauen Tuch sorgen für Aufsehen. Mit diesem Plakat werben die Uckermärkischen Bühnen Schwedt für das Musical "Luther - zwischen Liebe, Tod und Teufel".

© Udo Krause

Das Plakat kommt erst ein bisschen scheinheilig daher: Ein Mann in Mönchskutte hält ein Dokument hoch. Auf den zweiten Blick erkennt man einen Kussmund auf seiner Glatze und ist irritiert. Mönche und Küsse passen nicht zusammen.

Jetzt hat der Plakatgestalter die volle Aufmerksamkeit des Betrachters. Doch die Provokation geht weiter. Der Mönch umarmt eine Frau, die sich einen Nonnenschleier übergeworfen hat. Und darunter - blitzt ein nackter Po hervor. Dieses Plakat hat sich Udo Krause ausgedacht, Fotograf an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt.

Krause und seine Chefs am Theater wissen - Werbung ist die halbe Miete. Sie darf gern witzig, satirisch oder provokant sein, muss aber den Inhalt des Stückes quasi mit nur einem einzigen Bild zusammenraffen. Dem Theaterfotograf ist dies mit seinem neuen Plakat gelungen. Es prangt in Großformat an der Straßenfront des Bühnenhauses. Das Motiv ist auf Faltblättern gedruckt und kursiert als Foto im Internet.

Die Phantasie des Betrachters spaziert immer weiter. Ist der hellblaue Nonnenschleier vielleicht gar ein Bettlaken? Ein typischer "Udo", möchte man zu diesem Plakat sagen. Denn Krause hatte schon immer eine Neigung zu kleinen erotischen Anspielungen auf seiner Theaterwerbung. Er stellt sie stets in den Dienst der Schauspielarbeit. Mit dem Luther-Poster will er keinen Geschichtsunterricht betreiben. "Ich will die Leute einfangen für das Stück. Kussmund und Popo sind für mich die Würze."

Für den Nonnen-Popo hat er eine junge Frau gewonnen. Sie und der Mönch sind Krauses Bekannte und keine Darsteller aus dem Schauspielensemble. Mehr verrät er dazu nicht. Seine Fotomodels feixen jetzt: Überall hängt das Plakat und sie gehen unerkannt durch Schwedt.

Bereits 1996 hatte Krause für die Schlagerrevue "Live is Life" ein Plakat entworfen. Es prangte an allen Schwedter Litfaßsäulen. Darauf war eine schlanke Schönheit zu sehen. Ihr einziger Makel - sie war nackt. Diese Freizügigkeit bekrittelten einige Politiker. Intendant Reinhard Simon konterte damals: "Unser Model ist nicht nackt. Es trägt Strümpfe und Kopfhörer. Und schließlich geht es im Stück auch um Erotisches."

Krause machte damals ein Geheimnis um sein Model und verriet nur den Vornamen - Silvana. Was aus ihrer Modelkarriere geworden ist, ist nicht überliefert. Verbürgt ist jedoch: Das Skandal-Poster fand reißenden Absatz. Die Schlagerrevue war ständig ausverkauft und 17 Jahre ein Renner. Erneut nackte Tatsachen schuf Udo Krause übrigens mit dem Folgeplakat. Für das Stück "Peepshow" , ersann er ein Poster mit einem nackten Mann. Darauf war Krause sein eigenes Model. Eine schöne (geköpfte) Nackte war auch auf dem "König Lear"-Plakat 2014 zu sehen. 2017 wirbt ein nackter Popo neben Luther.

Während die Schauspieler auch in dieser Woche auf der Odertalbühne für das "Luther"-Musical probten, hat die Jury des Theaterfördervereins die Schauspieler des Jahres gekürt.

Die Auszeichnung wird seit 1997 vom Förderverein verliehen und würdigt einen Schauspieler und eine Schauspielerin des Schwedter Theaters für eine herausragende Leistung in der zurückliegenden Spielzeit.

Die Jurysitzung hat erstmals unter dem neuen Vereinsvorsitzenden Lutz Herrmann stattgefunden. An der Auswahl beteiligt waren unter anderem Vereinsmitglieder, die Märkische Oderzeitung und die Gauß-Gymnasiastin Annika Klein. Wie im Vorjahr waren auch die Zuschauer über eine Umfrage in die Abstimmung mit einbezogen. Die Märkische Oderzeitung unterstützt die Preisverleihung seit 20 Jahren.

Die Jurymitglieder haben (fast) alle Produktionen der jetzt zu Ende gehenden Spielzeit gesehen. Das waren acht, darunter "Baumeister Solness", das MozartMusical "Amore mio" und das Weihnachtsmärchen "Aladin und die Wunderlampe". Annika Klein gab in der Jurydebatte zum Beispiel zu bedenken: "Ich hatte mich sehr auf die neue Faust-Inszenierung gefreut, und dann hat sie mir gar nicht gefallen."

Letztendlich hat sich die Jury auf einen Schauspieler und eine Schauspielerin geeinigt und auch die Empfänger des Sonderpreises festgelegt. Noch sind die Preisträger ein Geheimnis. Ihre Namen werden erst nach der Musical-Premiere bekannt gegeben.

Premiere von "Luther - zwischen Liebe, Tod und Teufel" auf der Odertalbühne, 24. Juni, 20 Uhr

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