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Oliver Schwers 28.06.2017 06:01 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

details/dg/0/

Kompromiss am Schwarzen See

Groß Ziethen (MOZ) Am Schwarzen See in Groß Ziethen darf weiter geangelt werden. Der Verein Kulturlandschaft Uckermark hat das Gewässer im sensiblen Grumsiner Wald mit besonderen Auflagen verpachtet. Bedingung: Der See steht ausschließlich ortsansässigen Fischern zur Verfügung.

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Zufrieden mit der Lösung: Martin Krassuski (r.) und Jürgen Peters (2. v. l.) vom Verein Kulturlandschaft Uckermark bei der "Übergabe" des Schwarzen Sees an Ricardo Ebel (2. v. r.) vom Angelverein Groß Ziethen. Ulrike Garbe und Rüdiger Michels (3. v. l.) v

© MOZ/Oliver Schwers

Es ist ein Kompromiss in seltener Einigkeit: Angler, Fischereibetrieb, Naturschützer und Eigentümer sind gleichermaßen zufrieden. Keine Selbstverständlichkeit, denn gerade in besonderen Schutzgebieten entstehen immer wieder Interessenskonflikte, wenn alte Rechte beschnitten werden.

So auch im Grumsin. In der Kernzone des zum Weltnaturerbe ernannten Waldgebietes gab es gleich mehrere traditionelle Angelgewässer, die heute nicht mehr bewirtschaftet werden dürfen und auf einen Schlag wegfielen. Die passionierten Angler hatten das Nachsehen. Um nun doch einen Ausgleich für die Betroffenen zu schaffen, hat der Verein Kulturlandschaft Uckermark den Schwarzen See bei Groß Ziethen dauerhaft für die Angler mit einem speziellen Vertrag zur Verfügung gestellt. Dem Förderverein des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin waren zuvor verschiedene Flächen aus dem Nationalen Naturerbe als Pufferareal zur eigentlichen Kernzone übergeben worden, darunter auch der Schwarze See.

Zwar wurde der bestehende Pachtvertrag mit dem Fischereibetrieb gekündigt, doch wollte man ihn nicht herausdrängen. Stattdessen haben die beteiligten Seiten nun einen rechtlich bindenden Kompromiss unter den besonderen Bedingungen des Biosphärenreservats zustande gebracht: Der Fischer bleibt also an Bord und lässt ausschließlich den lokalen Angelverein die Ruten auswerfen. Die wiederum verpflichten sich, akut sorgsam mit der Natur umzugehen und Auflagen einzuhalten.

"Wir wollten diesen Bereich eben nicht deutschlandweit für alle Angler über einen Verband öffnen", sagt Martin Krassuski vom Kulturlandschaftsverein. "Der See soll den Leuten zur Verfügung stehen, die sich hier auskennen, die hier wohnen. Die sorgen auch dafür, dass das Ufer sauber bleibt."

Die Auflagen orientieren sich an einem offiziellen Pflege- und Entwicklungsplan für diesen Teil der Biosphäre. Demnach dürfen keine gebietsfremden Fische eingesetzt werden. Die Angeltechnik ist anzupassen. So sind zum Beispiel nur fischottersichere Reusen gestattet. Ein Teil des rund zehn Hektar großen Schwarzen Sees ist als Schonbezirk ausgewiesen. Nachtangeln bleibt auf die Sommersaison beschränkt. Die Liegestellen der Boote stehen fest.

"Wir sind erstmal zufrieden", so die Reaktion von Ricardo Ebel, Chef des ansässigen Angelvereins Groß Ziethen. Die Angelscheine wurden auf 15 begrenzt. Der Verein hat zwar 75 Mitglieder. Es gibt jedoch weitere Angelmöglichkeiten an anderen Seen.

"Wir freuen uns sehr, dass es zu dieser Lösung gekommen ist", sagt Ulrike Garbe, Chefin der Biosphärenreservatsverwaltung. "Nach ersten Unsicherheiten bleibt die tradierte Nutzung erhalten. Es gibt klare Regelungen und Ansprechpartner. Und wir freuen uns auch, dass der regionale Fischer zum Zug kommt. Alles in allem können wir auf diese Weise die Region stärken. Und genau das ist gewollt."

Man habe sich zuvor informiert, wie andernorts solche Verträge zustande kommen, erklärt Jürgen Peters, Professor an der Eberswalder Hochschule und Mitglied im Kulturlandschaftsverein. Ob es mit oder ohne Fischbesatz geht, steht wohl noch nicht fest. "Ein solcher See kann aber auch ohne Besatz auskommen."

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