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Simone Weber 30.06.2017 09:06 Uhr
Red. Rathenow, redaktion-rn@brawo.de

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Neugierig machen auf die Wahlen

Rathenow (MOZ) "Wir wollten Schüler, vor allem die Erstwähler, mehr für die Politik in unserem Land interessieren", so Max Vogt, seit diesem Jahr Vorsitzender des Rathenower Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa). "Dazu haben wir Vertreter aller Parteien, die nach aktuellen Umfragen eine Chance haben, bei der Wahl am 24. September in den Bundestag zu kommen, eingeladen."

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Vier Direktkandidaten für die am 24. September stattfindende Bundestagswahl sowie zwei Vertreter im Wahlspiel des Kinder- und Jugendparlaments.

© weber

Vier Direktkandidaten kamen am 23. Juni: Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU), Klaus Riedelsdorf (AfD) aus der Domstadt und Eric Vohn (FDP) aus Götz (Potsram-Mittelmark) für den Wahlkreis 60 (unter anderem mit Rathenow und Premnitz) sowie Martin Wandrey (Bündnis'90/Die Grünen) für den Wahlkreis 56, zu dem auch das nördliche Westhavelland und Ostprignitz-Ruppin gehören. Die SPD schickte Felix Menzel, den Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, und die Linke die Landtagsabgeordnete Isabel Vandré. Die Direktkandidaten im Wahlkreis 60 sind aber Anke-Domscheidt-Berg für die Linke und Erardo Rautenberg (SPD), der allerdings schwer erkrankt ist. Till Heyer-Stuffer heißt der WK-60-Kandidat der Bündnisgrünen.

Zu Beginn der Veranstaltung im Blauen Saal des Kulturzentrums wurden an die 54 Schüler des Jahrgangs 11 des Jahn-Gymnasiums und des Jahrgangs 12 der Bürgel-Gesamtschule "echte" Wahlzettel ausgehändigt, auf dem die Zweitstimme, die Stimme für eine Partei, anonym angekreuzt werden sollte. CDU und SPD gingen aus dieser Wahl siegreich hervor. Zehn der Schüler waren noch unentschlossen. Drei gaben an, zur Bundestagswahl nicht wählen zu gehen.

Weiter ging es etwas unkonventioneller als bei gängigen politischen Diskussionsrunden im Vorfeld von Wahlen. Zunächst mussten sich die Schüler per Los für eine Farbe entscheiden, die über die Zugehörigkeit zu einer der sechs Gruppen entschied, der jeweils ein Parteienvertreter zugeordnet wurde.

Wer ist eigentlich der Direktkandidat? Für welche Themen setzt er sich ein? Nach der persönlichen Vorstellung des Politikers in seiner Gruppe, stellte ihn anschließend ein Schüler im Forum aller vor.

Für was stehen die Parteien? Dazu hatte das KiJuPa verschiedene Aussagen der sechs Parteien aus deren Wahlprogramm anonym entnommen. Und die Parteienvertreter sollten das Statement einer Partei zuordnen. In der nächsten Runde konnten die Schüler direkt fragen. Julia Braunschweig und Rike Timme vom KiJuPa, die als Moderatorinnen der Veranstaltung zur Vorbereitung ihres Jobs extra ein Moderationstraining erhielten, wachten darüber, dass keiner der Politiker abschweifte. Nach 30 Sekunden erklang ihre Schlussglocke.

Zu den Themen, die die Schüler interessierte, gehörten der öffentliche Personennahverkehr, Konzepte zur Integration von Flüchtlingen, die Förderung von Familien und Umweltpolitik. Natürlich interessierten sich die Schüler auch für Bildungspolitik. "Wir sind dafür, die Bildungspolitik in der Hand des Bundes zu vereinheitlichen. Das Thema Bildungshoheit der Länder wird auch gerade in aktuellen Diskussionen aufgeweicht", antwortete Isabell Vandré auf die Frage, die Hoheit der Länder auf diesem Gebiet noch zeitgemäß ist. Auch die SPD steht für mehr Vereinheitlichung in Fragen Lerninhalte und Schulabschlüsse. Während CDU und FDP die Bildungspolitik weiter in Eigenverantwortung der Länder sehen wollen. "Die Grünen sind für ein längeres gemeinsames Lernen, möglichst bis zur 10. Klasse", so Martin Wandreys Standpunkt. Und nach Auffassung der AfD müsse für die Abschaffung der Bildungshoheit der Länder das Grundgesetz geändert werden. Zur Wahl zum Ende der Diskussion lag dann die SPD vor CDU. Und Grüne und FDP konnten ihre jeweils zwei Stimmen aus der ersten Wahl auf acht und sieben deutlich steigern.

"Während eines gemeinsamen Wochenendes des KiJuPa in Mötzow im März haben wir die Veranstaltung geplant", erklärte Max Vogt. "Wir wollten nicht nur die Schüler für Politik und Wahlen interessieren. Auch die Politiker sollten etwas mitnehmen."

Während der gesamten Zeit hat ein Schülerteam, unter professioneller Anleitung, die Veranstaltung gefilmt und die Vertreter der Parteien im Interview befragt. Das geschnittene Video will das KiJuPa online stellen.

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