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Renate Meliss 03.07.2017 06:15 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Mekka der AWO-Szene

Danewitz (MOZ) In Danewitz reihen sich Motorräder und Mopeds wie ein Spalier auf dem nassen Rasen vor dem Dorfgasthaus "Zum alten Krug". Zum 21. Mal findet das traditionsreiche AWO-Treffen statt. Es trifft sich die Szene. "Ich bin erstaunt, dass so viele angereist sind - das sind die ganz Harten", zeigt sich Christian Schmidt erfreut, der den AWO-Stammtisch 1988 mit begründet hat. Auf etwa 150 Leute schätzt er Freitagabend die Teilnehmerzahl. "Am Samstagabend sind in der Regel dann meist bis zu 500 Leute da. Auch viele Ältere kommen dann, die einfach nur das Flair genießen und mal eine Runde drehen wollen."

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Selten: Kerstin Zaharanski, eine der wenigen Frauen, auf der BMW R 35 mit Handschaltung.

© MOZ/Renate Meliß

Gemütlich geht es zu. Der Danewitzer Löschzug sorgt mit seinen Mannen für die Verpflegung der Biker. Freitagabend läuft ein DEFA-Streifen. "Die Räder hier werden alle noch gefahren, es ist also kein Oldtimertreffen. Wir wollen keine dicken Maschinen zeigen. Die meisten von uns kennen sich alle schon sehr lange. Manch einer kommt bis vom Bodensee", erzählt Schmidt.

"Als die erste Biker-Party hier vor 20 Jahren stattfand, da war die Festwiese in Danewitz noch ein Acker", erinnert er. "Da haben wir da hinten gesessen und uns richtig gut gefühlt mit unseren AWO's."  Kerstin Zaharanski kommt aus Zernit bei Neustadt/Dosse. In der AWO-Szene ist sie als Frau etwas ganz Besonderes. Stolz setzt sie sich auf ihre BMW R 35, Baujahr 1952. "Das ist noch eine mit Handschaltung", sagt sie. Gebaut in Eisenach, denn eigentlich war die BMW immer ein "Ostprodukt".

Erst später wurde sie in EMW wie Eisenacher Motorenwerk umbenannt und trug statt des blau-weißen ein rot-weißes Emblem. "AWO's", so fährt sie fort, "wurden auch in Suhl gebaut. Damals hatte die Sowjetische Kontrollkommission der SAG Awtowelo den Bau in Auftrag gegeben. Daher der Name AWO. Das 425 steht für den Viertakter und 250 Kubik." Es war damit die einzige Viertakt-Maschine der DDR.

Nun gerät auch Christian Schmidt ins Schwärmen. "Damit wurden einst Träume wahr. Ähnlich der westlichen Easy-Rider-Szene war es auf der AWO 425 zu DDR-Zeiten. Da wurde geschraubt, gehörte eine Ledermütze von Reichsbahnheizern dazu mit harter Musik." Kerstin Zaharanski hat erst mit 38 die Fahrerlaubnis fürs Motorrad gemacht. Gerade ist sie mit ihrem Mann, der eine EMW, Baujahr '54 fährt, im Urlaub auf Rundreise. Das ist Kult: "Ich hab noch so nen richtigen alten Ledersattel - superbequem, aber saugt sich schnell voll. Es gibt keinen Blinker - also heißt es: Hand raushalten! Ich komm da schon langsamer von ner Ampel weg, denn der Hebel zum Schalten befindet sich am Tank." Was heute die Elektronik übernommen hat, stellt sie per Hand ein.

Daneben hält man "Benzingespräche". Viele Anreisekilometer sind an den Kennzeichen abzulesen Die 60-Kilometer-Rundreise durch den Barnim am Sonnabend verläuft trocken. Dann gibt`s noch Rock'n'Roll mit der Band "Tune pickers".

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