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Wukantina aus Biesenthal bereitet Essen für Kitas und Schulen vor

Aus der Küche frisch auf den Tisch

Katharina Rein-Fischbeck, Tobias Schumann, Franziska Ernst, Simone Deiringer und Annette Schmidt (v.l.) bilden das fünfköpfige Wukantina-Team aus Biesenthal
Katharina Rein-Fischbeck, Tobias Schumann, Franziska Ernst, Simone Deiringer und Annette Schmidt (v.l.) bilden das fünfköpfige Wukantina-Team aus Biesenthal © Foto: Katrina Blach
Olav Schröder / 09.07.2017, 08:00 Uhr
Biesenthal (MOZ) In Biesenthal entsteht derzeit eine Kantine, die ab Februar kommenden Jahres Kitas und Schulen im Bereich Bernau und Eberswalde eine hochwertige Essenversorgung anbieten will. Der Start zum Umbau einer ehemaligen Großküche zum Wukantina-Projekt steht bevor.

Die Wukantina ist ein neues Vorhaben auf dem Biesenthaler Projektehof Wukania an der Ruhlsdorfer Straße. Zu den bekanntesten Projekten, die auf dem Gelände bislang verwirklicht wurden, gehören der Naturkinderkarten Wukaninchen und die Holzwerkstatt.

Die fünfköpfige Wukantina-Gruppe verschreibt sich nunmehr der Essenversorgung in Kitas und Schulen. Dafür wurde eigens der Verein "Gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche im Barnim" gegründet. Das Essenangebot in Kitas und Schulen sollte "handwerklich-frisch und nicht zu tausenden Portionen bereits am frühen Morgen fertiggestellt sein", erläutert Franziska Ernst, Mitbegründerin der künftigen kollektiven Küche. Weil sie ein solches Angebot im Nordosten Brandenburgs vergeblich gesucht haben, entschlossen sie sich, es selbst in Angriff zu nehmen. Beruflich waren beziehungsweise sind Franziska Ernst und ihre Mitstreiter Katharina Rein-Fischbeck, Simone Deiringer, Annette Schmidt und Tobias Schumann nach entsprechenden Ausbildungs- und Studienabschlüssen in den Bereichen Betriebswirtschaft, Bio-Landwirtschaft, Gastronomie, Gesundheitsförderung und -management, Ingenieurwesen und Landschaftsnutzung und Naturschutz tätig. Als Objekt haben sie Räume der ehemaligen Großküche der früheren Sportschule auf dem Wukania-Areal ausgewählt.

Dort ist nach jahrelangem Leerstand einiges zu tun. Zwar liegen die Ver- und Entsorgungsleitungen vom Wasser bis zum Gas am Haus an, doch müssen die Räumlichkeiten komplett saniert werden, wie Tobias Schumann sagt. Strom, Heizung, Frisch- und Abwasserleitungen sind zu erneuern, Lüftung und Trockenausbau kommen hinzu. Durchbrüche sind erforderlich, um die für Kantinen vorgeschriebenen Arbeitsabläufe organisieren zu können. Nachdem die Baugenehmigung vorliegt, werden die Aufträge jetzt ausgeschrieben.

In den Umbau des Gebäudes werden knapp 200000 Euro investiert, sagt er. 45 Prozent davon stammen aus dem LEADER-Programm zur Verbesserung der Attraktivität und Lebensqualität im ländlichen Raum. Vergeben werden diese EU-Fördermittel vom brandenburgischen Ministerium für Ländliche Entwicklung. Außerdem seien für die Finanzierung des Küchenumbaus Direktkredite aufgenommen worden.

Darüber hinaus startet die Wukantine eine Crowdfunding-Aktion für den Erwerb der Küchenausstattung. Ziel ist es, innerhalb von 35 Tagen insgesamt 32000 Euro zusammen zu bekommen (siehe Kasten). "Es gibt viele Eltern, Großeltern und auch andere Unterstützer, die für vollwertige und gesunde Mahlzeiten in Kitas und Schulen eintreten", ist Tobias Schumann hoffnungsvoll, dass der Betrag zusammenkommen wird, zumal Crowdfunding als gemeinschaftliches Finanzierungsmodell zunehmend bekannt geworden ist.

Ziel ist es, mit der neuen Küche im Februar an den Start zu gehen. Gespräche mit kommunalen und freien Trägern von Kitas und Schulen laufen bereits.

Bei der Herstellung der Essen werden keine Geschmacksverstärker, Farbstoffe oder künstliche Aromen eingesetzt werden, versichert Franziska Ernst. Die Rohstoffe selbst stammen von Gärtnereien und Höfen aus der Region. Damit die Essen in den Kitas und Schulen schmackhaft und appetitlich auf den Tisch kommen, wird zum einen der Einzugsbereich begrenzt, so dass keine weiten Fahrwege zurückzulegen sind. Für die Abnahme kommen daher Kindereinrichtungen im Umkreis von etwa 15 Kilometer um Biesenthal herum in Frage, so Tobias Schumann. Eberswalde, Bernau, Panketal, Wandlitz und natürlich die Biesenthal-Barnimer Orte liegen in diesem Einzugsbereich. Die südliche Spitze soll etwa bei Lindenberg enden.

Gedacht wird durchaus auch an die Auslieferung kleinerer Aufträge. Die Küche wird auf 500 Essen ausgelegt, gestartet werden soll mit etwa 350 Portionen. Die Grundversorgung ist vegetarisch. Um Elternwünschen gerecht zu werden, sind zwei Mal im Monat Fleischgerichte vorgesehen. An das verwendete Fleisch werde der gleiche hohen Standard angesetzt wie bei den vegetarischen Mahlzeiten. Damit die Portionen nicht durch lange Warmhaltezeiten an Qualität verlieren, wird mit der Herstellung später begonnen als sonst in Großküchen üblich. Die Wukantina ist gern bereit, ihr Angebot in Elternversammlungen vorzustellen.

Der Abgabepreis an den Träger soll für ein Kita-Essen voraussichtlich etwa 2,90 Euro betragen, für ein Schulessen 3,30 Euro. Die Kosten für die Eltern werden aufgrund von Zuschüsse nder jeweiligen Träger unter diesen Beiträgen liegen.

Eigentümerin des Wukania-Geländes sind nicht die einzelnen Projektgruppen, sondern die Berliner "Stiftung für dissidente Subsistenz". Der Name verweist auf den Stiftungszweck, Eigentum der Spekulation zu entziehen und es statt dessen Projektgruppen für die Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Diesen Gruppen wird eine Immobilie verliehen. Mit erwirtschafteten Überschüssen sollen über die Stiftung wiederum andere Projekte finanziert werden.

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Dietmar Seefeldt 09.07.2017 - 10:45:19

vom Nachbarn lernen

die Gemeinde Wandlitz entscheidet am 20.Juli über die zukünftige Essenversorgung in den kommunalen Kindereinrichtungen. Der Ortsbeirat Klosterfelde hat sich mit aller Konsequenz dafür entschieden, die Küche vor Ort (Kochküche) zu favorisieren. In Folge dieser Vorgabe, sieht sich die Verwaltung genötigt, alle Geschütze aufzufahren um diese Möglichkeit der Essenversorgung zu unterbinden. Denn in der Zwischenzeit ist diese Variante auch vom Bildungsausschuss A3 als bessere Lösung für die Kinder diskutiert worden. Alle sachlichen Argumente für eine Umsetzung dieser Lösung werden als "nicht realisierbar" abgetan. Selbst der Hinweis auf Erbringung der Leistung durch Dritte, oder gar einen kommunalen Eigenbetrieb zu gründen, werden mit Hinweis auf "das dürfen wir nicht" abgetan. Dürfen wir nicht, muss sich dann aber auch die Verwaltung gefallen lassen, wenn Ausschussmitglieder (A3) in unzulässiger Weise beeinflusst werden,durch ein Testessen ihre Bewertung abzugeben. Die Erklärung dazu: Inhalt der Mitteilungsvorlage ist die Bereitstellung von Mittagessen durch 3 (drei) Anbieter ! Just an diesem Abend war aber nur ein Anbieter da - auch noch das Unternehmen, welches die Einrichtung per Vertrag durch die Gemeinde beliefert. Ein Schelm wer Böses dabei denkt! Der geforderte protokollarische Eintrag auf diesen Umstand fehlt! Es fehlt auch die Niederschrift zur Einbeziehung der Eltern im Entscheidungsprozess, geregelt im Kita u. Schulgesetz. Aber zurück zum Kern, hierbei geht es um unsere Kinder der Gemeinde, die Attraktivität der Einrichtungen und die Außenwirkung der Gemeinde als solche! Die Überschrift "Vom Nachbarn lernen" bezieht sich nicht ausschließlich auf den vorstehenden Artikel, es gibt viele Nachbarn im Land.

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