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Pendlerstress ohne Abhilfe

Verlängerte Fahrzeiten von und nach Berlin: Wegen der Bauarbeiten am Karower Kreuz müssen Berufstätige, die täglich zur Arbeit pendeln, wesentlich mehr Zeit einplanen.
Verlängerte Fahrzeiten von und nach Berlin: Wegen der Bauarbeiten am Karower Kreuz müssen Berufstätige, die täglich zur Arbeit pendeln, wesentlich mehr Zeit einplanen. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Oliver Schwers / 17.07.2017, 07:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Beim Streit um den Pendlerstress wegen der Umleitungen auf der Bahnlinie RE 3 schiebt die Deutsche Bahn die Schuld von sich. Das Unternehmen beruft sich auf die Bestellungen des Landes. Zusätzliche Leistungen seien nicht in Auftrag gegeben worden.

Einige Pendler hatten zuvor die Initiative ergriffen und sich an alle erdenklichen Politiker und Behörden gewandt. Das Ergebnis ist gleich null. Grundtenor: Es müsse ja irgendwann gebaut werden, und am Ende geht alles schneller. Doch damit wollen sich die Reisenden nicht zufrieden geben. Sie kritisieren das Baustellenmanagement, wodurch mitunter Züge einfach längere Zeit unangekündigt auf der Strecke warten müssen. Außerdem machen sie zahlreiche eigene Vorschläge, um Züge anders zu leiten. Denn die bis April 2018 dauernden Verlängerungen der Reisezeit betragen zwischen 15 und 30 Minuten für eine Fahrt. Auch der Umstieg in Lichtenberg ist mit Stress verbunden, weil Anschlüsse flöten gehen.

Die Deutsche Bahn bestätigt Beschwerden ihrer Kunden wegen zu langer Fahrzeiten auf der RE-3-Linie, jedoch seien diese rückläufig. Generell verweist das Unternehmen auf die Leistungen, die das Land Brandenburg für den Nahverkehr bestellt hat. So schlagen genervte Pendler vor, für eine kürzere Reisezeit einfach Busse zu mieten oder in der Uckermark halten zu lassen. Denn Fernbusse und auch polnische Busunternehmen fahren längst im Dauertakt über die Autobahn von Stettin nach Berlin, und das viel schneller als die Bahn. Zusätzliche Busse würden allerdings nicht vom Land finanziert, so die Auskunft der Pressestelle der Deutschen Bahn. Auch zusätzliche Züge seien nicht bestellt worden, informiert Sprecher Burkhard Ahlert. Es sei schon schwierig gewesen, "das bewährte Programm über die Umleitungsstrecke zu trassieren".

Na dann eben weniger Haltepunkte, um die Zeit zu halten, betteln die Pendler, allen voran Angela Mans aus Crussow. Da stellt sich die Frage, welche Halte hätten entfallen sollen? - kontert die Bahn. DB Regio fahre die Regionalverkehrszüge, die vom Land bestellt werden und das Gesamtangebot bieten müssen. Also Halt an den vorgegebenen Stationen.

Nächste Idee: Warum nutzt die Bahn nicht die alte Stadtbahnroute wie vor der Inbetriebnahme des Nord-Süd-Tunnels? "Eine Verbindung zur Stadtbahn ist rein von der Länge nicht kürzer, aufgrund der Baumaßnahme Ostkreuz und der eingeschränkten Kapazität zwischen Ostbahnhof und Ostkreuz keinesfalls günstiger als über Gesundbrunnen", so die Antwort der Bahn. "Die Kapazitäten auf der Stadtbahn sind auch gering. Außerdem wäre dann in Gesundbrunnen kein Halt möglich gewesen, welcher aber als Verknüpfungspunkt zur S- und U-Bahn sehr wichtig ist."

Und selbst der Bitte, den Inhabern der VBB-Umweltkarten durch Öffnen der meist leeren Ersten Klasse entgegen zu kommen, erteilt die Bahn eine Abfuhr. Im berlinnahen Bereich sei die Erste Klasse nicht leer. "Kulanzregelungen aufgrund von Bauarbeiten sind nicht möglich."

Fazit: Es bleibt bei den derzeitigen Umleitungsregelungen. Nun hoffen die Pendler, dass die Bauarbeiten rund um das Karower Kreuz schneller vonstatten gehen als geplant.

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