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Inez Bandoly 17.07.2017 07:00 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Zühlsdorfer feiern Heidefest mit großem Umzug

Zühlsdorf (OGA) Es ist Tradition: Zur Heideblüte wird in Zühlsdorf das Heidefest gefeiert. Das ist in diesem Jahr nicht anders.

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Verein der Grundbesitzer: So könnten sie auch vor 100 oder 150 Jahren ausgesehen haben. Das Volk blieb aber friedlich. Da musste der kaiserliche Polizeioffizier (rechts) seinen Säbel nicht zücken.

© Inez Bandoly

Der Sonnabend beginnt mit einem großen, bunten Festumzug durch den Ort. Dort kommt der lange Tross in der Dorfmitte zum Stehen, denn die Schützen laden schon ihre Kanonen, um dreimal Salut zu schießen. Das Donnern hallt durch den angrenzenden Wald bis hin zum Sportplatz, wo das zünftige Fest gefeiert wird. Viele Menschen stehen neugierig am Straßenrand und sehen sich das Spektakel an. Dieses wird lautstark mit Dudelsack und Trommel von dem Berliner Duo "Zwee Leute" angeführt. Dahinter steuert Helmut Evers einen grünen Russen-Jeep, Baujahr 1968. Auf dem Rücksitz thront der am Vorabend frisch gekrönte Heidekönig - allein. "Es gibt keine Königin", sagte Patrick Legte. Er nimmt sein Schicksal gelassen, sitzt als Herrscher selbstbewusst im Sessel und winkt dem Volk huldvoll zu. Gelegentlich dreht er sich um, denn hinter ihm fährt ein schwarzer Wagen. Darin sitzen drei Damen, jede trägt einen schicken Sonnenhut. Edeltraud Jüst ist am Steuer des Gefährts der modernen Zeit. Neben ihr sitzt ihre Schwiegermutter als Queen Mum sowie eine Freundin im historischen Kostüm.

"Ich bin kaiserlicher Polizeioffizier", erklärt Manfred H. von Traunstein. Der Chef des Basdorfer Uniform-Museums trägt einen dunkelblauen Anzug, Spitzhelm und einen silbernen Säbel. "Der ist nicht geschliffen, weil wir im Frieden leben", sagt er und mischt sich, am Festplatz angekommen, unters Volk. Dort trifft inzwischen die bunte Mischung von Vereinen aus Zühlsdorf und anderen Ortsteilen von Mühlenbecker Land ein.

Ob Kita, Pfadfinder, Feuerwehren - alle werden freundlich von den Markttreibenden empfangen. Die Jüngsten erobern sofort das Karussell und drehen fröhlich ihre Runden. Timon Lehmann sitzt mit seinem Beachclub-Mobil nebst Anhänger im Schatten. "War anstrengend", so der Neunjährige. Er und seine zwei Jahre jüngere Schwester sind für den Getränketransport zuständig und treten in dem umweltfreundlichen Gefährt in die Pedale, während die Eltern in der Sambagruppe die Stimmung musikalisch anheizen. Fast das Schlusslicht geben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Acht Kinder der Nachwuchswehr laufen mit. Auch der dreijährige Liam geht stolz an der Hand von Papa Tom Marquart, dem stellvertretenden Jugendwart. Nach dem Umzug versorgt Betreuerin Sophie Scharfen die jungen Brandschützer mit Getränken. Danach amüsieren sich alle auf dem Fest, bei dem es viel Unterhaltung gibt.

Der Ort Zühlsdorf, 1375 erstmals urkundlich erwähnt, zählte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu den ärmsten Dörfern in der Mark Brandenburg. Heute leben dort über 2 000 Menschen - und einmal im Jahr geht es beim Heidefest mit König und edlen Gästen eben hochherrschaftlich zu.

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