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Gipfelbesteigung im Hort

Neue Germendorfer Einrichtung nutzt regenerative Energien und ermöglicht Kindern Höhenflüge.
Neue Germendorfer Einrichtung nutzt regenerative Energien und ermöglicht Kindern Höhenflüge. © Foto: Kirsten
Ulrike Kirsten / 16.07.2012, 18:50 Uhr
Germendorf (MZV) Ein moderner, zukunftsweisender Neubau ist für die Germendorfer Hortkinder entstanden. 2,8 Millionen Euro hat die Stadt Oranienburg insgesamt investiert. Das Land Brandenburg hat die Baumaßnahme mit etwa 250000 Euro gefördert.

Kohlen schippen muss Peter Hoffmann schon lange nicht mehr. Der Computer hat die Schaufel ersetzt. „Ein Tastendruck reicht. Vom Rechner in meinem Büro kann ich problemlos die Heizung steuern“, sagt „Onkel Peter“, wie ihn die Kinder liebevoll nennen. Hoffmann ist Hausmeister und für den Germendorfer Hort, die Kita und die Grundschule zuständig. Ob Gas-, Öl- oder Elektroheizung Peter Hoffmann kann sie alle bedienen. Seit 1982 ist er im Geschäft. Auch die Luft-Wasser-Wärmepumpe im Heizungsraum des neu gebauten Hortgebäudes ist für ihn keine Herausforderung. „Viel muss man da ja nicht mehr machen.“ Die Zähler werden von der Ferne ausgelesen, notfalls kann die Heizung sogar vom Schloss aus gesteuert werden. „Das ist bei fast allen Gebäuden so, die sich in Trägerschaft der Stadt befinden“, sagt Baustadtrat Frank Oltersdorf (SPD).

Der Neubau an der Dorfstraße ist vor allem eins: zukunftsorientiert. Eine moderne Fußbodenheizung verteilt die Erdwärme (Geothermie) in den Räumen, das neue Hortgebäude ist außerdem vorgerüstet, um später eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach installieren zu können. „Alle Gebäude, die die Stadt neu baut oder saniert, werden mittlerweile so vorgerüstet“, sagt Oltersdorf. „Der Bau muss wirtschaftlich sein. Bei einem Gebäude bedenken wir den ganzen Lebenszyklus, selbst der Abriss ist in den Planungen schon dabei“, fügt Heidrun Gassan hinzu.

Künftig soll der Hort auch Funktionen einer Ganztagsschule übernehmen. Im großen Mehrzweckraum im Obergeschoss werden nicht nur Veranstaltungen stattfinden, auch die Grundschule wird davon ihren Nutzen haben. „Die Fachkabinette der Schule wie für den Kunstunterricht können hier beispielsweise untergebracht werden“, sagt Heidrun Gassan vom Amt für Gebäude- und Grundstückswirtschaft der Stadt.

Schallschutz an den Decken, robuster Linoleumboden – bei der Ausstattung haben Architekt und Stadt auch an eine nachhaltige Unterhaltung des Gebäudes gedacht. „Der Boden ist bei unseren Reinigungskräften beliebt, lässt sich einfach handhaben, wird jährlich einmal von Grund auf gereinigt und danach versiegelt. Hält ewig“, sagt Frank Oltersdorf. Das Highlight erwartet die Hortkinder allerdings im Erdgeschoss, wo die Handwerker eine Kletterwand montiert haben. „Schon verrückt. Wir sind früher zum Klettern auf die Bäume gestiegen, heute können die Kleinen sogar drinnen Gerüste besteigen“, sagt Frank Oltersdorf. Im Obergeschoss haben die Bauarbeiter die Fenster auf Augenhöhe der künftigen Bewohner in die Wände eingelassen. „Die Kinder sollen beim Lesen ja genügend Licht bekommen“, sagt Heidrun Gassan.

Der Außenbereich hält ebenfalls genug Möglichkeiten für die Nachwuchs-Alpinisten bereit. Bis Ende Juli sollen auch hier die Arbeiten beendet sein. „Zum neuen Schuljahr soll das Gebäude in Betrieb genommen werden“, kündigt Heidrun Gassan an.

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