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Mathilde Mélois, Charlotte Bieligk und Micha Winkler stellen aus

Vielfache Einblicke

Mathilde Mélois und Micha Winkler (v.l.) bei der Vernissage in Biesenthal, Charlotte Bieligk war erkrankt. Kuratorin Sabine Voerster führt in die Ausstellung ein.
Mathilde Mélois und Micha Winkler (v.l.) bei der Vernissage in Biesenthal, Charlotte Bieligk war erkrankt. Kuratorin Sabine Voerster führt in die Ausstellung ein. © Foto: MOZ/Olav Schröder
Olav Schröder / 18.07.2017, 07:50 Uhr
Biesenthal (MOZ) Ein Blick kann mehr aufdecken als tausend Worte. Er lockt aber auch auf falsche Fährten, treibt sein ganz eigenes Spiel mit dem Betrachter. Die neue Ausstellung "EinBlick" in der Galerie im Rathaus Biesenthal mit Grafiken, Collagen und Fotografien von Mathilde Mélois, Charlotte Bieligk und Micha Winkler eröffnet viele Perspektiven auf die Welt.

Die seit 2004 in Biesenthal lebende Grafikerin Mathilde Mélois stellt in dieser Ausstellung ihre Daumenkinos vor. Viele aufeinanderfolgende Blicke setzen sich zu einem Film zusammen, beim Durchblättern entsteht zusätzlich ein Ton, so dass dies Kino in die Zeit der Entstehung des Films zurückkehrt. Ein Spiel mit Farben und Formen, mit Wiederholungen und Ideen entsteht, erläutert Sabine Voerster, Kuratorin der Ausstellung.

Gleichsam aus einer Vielzahl von Blicken setzen sich die grafisch wirkenden Fotos von Micha Winkler zusammen. Der freischaffende Bernauer Fotograf ist ein Experte für den Einsatz der Camera Obscura, der Lochkamera. Die Fotos der Ausstellung zeigen Szenen an Strand und Meer. Fast scheint der Windhauch noch zu spüren und jedes Sandkorn erfasst zu sein, das mit dieser speziellen Aufnahmetechnik eingefangen wird. Winklers Fotos strahlen eine Authentizität aus, die mit digitaler Technik nur schwer einholbar ist.

Auf andere Weise blickt Charlotte Bieligk auf die Welt. Die Kunsttherapeutin lebt seit zehn Jahren in Friedrichswalde im Oberbarnim und ist eine Meisterin der Collage. Titel wie "Nach der Natur" und "Natürlich künstlich" deuten Gegensätzlichkeiten an. Auf gemalten Pfingstrosen befinden sich aufgesetzte Kunstblumen. Unter dem Bild einer Spaziergängerin im Wald hängt der altertümliche Stoff des Kleides, das eben diese Frau getragen haben könnte. Eine paradiesische Vogelwelt löst sich - aus der Nähe betrachtet - in pixelhafte Umrisse auf. Verknüpft mit einer Jagdtrophäe, einem gestutzten Geweih, wird die auf den ersten Blick verführerische heile Idyllen-Welt zur erschreckenden Mahnung.

Kongenial umrahmte Cathrin Pfeifer die Vernissage auf dem Akkordeon. So spiegelte ihre dreiteilige Komposition "Elfen, gebt acht" die unterschiedlichen Handschriften und Temperamente der drei Künstler wider.

Galerie im Rathaus Biesenthal, dienstags und donnerstags von 10-18 Uhr, samstags 10-16 Uhr, sonntags 10-15 Uhr

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