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Neues Schulkonzept auf dem Prüfstand

Spielen gehört dazu: Auch der Schulalltag ist durch Lernen, Bewegung und Erholung geprägt. Hier spielen Schüler der Grundschule "Am Pfefferberg" auf dem Schulhof.
Spielen gehört dazu: Auch der Schulalltag ist durch Lernen, Bewegung und Erholung geprägt. Hier spielen Schüler der Grundschule "Am Pfefferberg" auf dem Schulhof. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 19.07.2017, 07:00 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Grundschule "Am Pfefferberg" in Biesenthal startet in das neue Schuljahr mit einem überarbeiteten Konzept. Für die Schüler ändert sich dadurch insbesondere der Tagesablauf. Im November soll eine Überprüfung der Änderung stattfinden.

Hintergrund der Überarbeitung ist die Abgleichung der Konzepte von Hort und Schule insbesondere für die Betreuung der Schüler während der Lernaufgabenzeiten (LAZ) durch Lehrkräfte, wie Bürgermeister Carsten Bruch die Stadtverordneten informierte. Außerdem werde mit dem Konzept auf die Ergebnisse der jüngsten Schulvisitation regiert, so Schulleiterin Cornelia Grasse. Während das Angebot insgesamt als positiv bewertet wurde, habe es Kritik am offenen Beginn sowie an den Pausenzeiten für Frühstück und Mittagessen gegeben. Nicht zuletzt sei auch eine Elternbefragung durchgeführt worden. Einige Äußerungen deckten sich mit der Visitation. So wurde kritisiert, dass die Lernaufgabenzeit mitunter nicht als solche genutzt oder die Zeit für das Mittagessen zu kurz sei. Auch die Qualität des Essens könne besser. Dem standen positive Einschätzungen von Eltern gegenüber, da die Hausaufgaben in der Schule erledigt werden, sich die Kinder wohl fühlen, viel mit ihnen unternommen werde und die Mittagspause lang sei. Andere bemängelten einen zu frühen Schulbeginn, der der Biokurve der Schüler widerspreche. Auch wenn es sich teilweise um Einzelmeinungen handele, so Cornelia Grasse, seien dies doch Hinweise, an welchen Punkten angesetzt werden sollte.

Über den mit 8:2 Stimmen von der Schulkonferenz beschlossenen neuen Tagesablauf wird auf der Homepage der Schule im Einzelnen informiert (www.grundschule-biesentha.de).

Nach der Frühbetreuung für angemeldete Schüler durch den Hort von 6 bis 7.30 Uhr folgt von 7 bis 8.15 Uhr der nach Klassen gestaffelte offenen Beginn mit Frühstück und Milchausgabe sowie für die Klassen 5 und 6 ab 7.30 Uhr der Unterrichtsbeginn. Von der längeren Eingangsphase verspricht sich Cornelia Grasse nicht nur eine Entzerrung des Verkehrs am Morgen. Außerdem soll diese Zeit auch genutzt werden, um Schüler zum Lesen zu motivieren. Das nach Klassen gestaffelte Mittagessen dauert jetzt insgesamt 50 Minuten. Anschließend folgen je nach Klassenstufe individuelle Lern- und Spielzeiten, Schwerpunktstunden (Englisch oder IT) beziehungsweise weiterer Unterricht.

Dirk Siebenmorgen (Linke) verwies auf Befürchtungen von Eltern, dass die Hausaufgabenbetreuung nicht im erforderlichen Umfang abgesichert werde. Ähnlich argumentierte Andreas Wilknitz (CDU/Pro Danewitz), dass die Schüler nicht im ausreichenden Maß zum Üben der Lernaufgaben angehalten werden, wenn beispielsweise das Lesen beim offenen Beginn freiwillig erfolgen soll. Dass die Hausaufgaben in der Schule abgesichert werden, spiegele das neue Konzept nicht wider. Für Heike Müller (Bündnis 90/Grüne) ist es schwer vorstellbar, dass tatsächlich der offene Beginn genutzt wird und die Schüler nach und nach eintreffen. 7.30 Uhr sei ein sehr früher Unterrichtsbeginn. Margitta Mächtige (Linke) sagte, dass die Lesezeit für einen Teil der Klassen zugleich mit der Milchausgabe in der akustisch schwierigen Mensa erfolgen soll.

Cornelia Grasse räumte ein, dass bei einer Häufung von Erkrankungen die Absicherung der Lernaufgabenzeit durch die Schule schwierig sei. Mehr Personal und kleinere Klassenstärken seien wünschenswert, würde jedoch vom Land festgelegt. Grundidee der verlässlichen Halbtagsgrundschule ist aus Sicht der stellvertretenden Schulleiterin Corinna Schmelzer, dass Hort und Schule diese Verlässlichkeit gemeinsam absichern. So wie sich der Hort bei den Lernaufgabenzeiten beteiligt, wirken Lehrkräfte auch bei den Arbeitsgemeinschaften mit. Dies soll mit dem neuen Konzept realisiert werden.

Nach den Sommerferien wird die Schule den neuen Tagesablauf umsetzen. Dass es auch neue Stolpersteine geben kann, sei nicht ausgeschlossen. Diese seien dann zu beseitigen, so Cornelia Grasse. Auf Anregung von Margitta Mächtig wollen sich die Stadtverordneten gleichfalls im Herbst über die Erfahrungen mit dem neuen Konzept austauschen.

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