Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bündnis sichert Vielfalt

Neu gepflanzt: Obstbäume an der Verbindungsstraße zwischen Danewitz und Dewinsee-Siedlung
Neu gepflanzt: Obstbäume an der Verbindungsstraße zwischen Danewitz und Dewinsee-Siedlung © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 25.07.2017, 06:50 Uhr
Biesenthal (MOZ) Ein Antrag, in das "Bündnis der Kommunen für biologische Vielfalt" einzutreten, beschäftigt die Biesenthaler derzeit. Der Bauausschuss empfahl in seiner jüngsten Sitzung den Fraktionen, sich mit dem Thema zu befassen. Im Herbst soll der Antrag erneut in den Gremien beraten werden.

Das Artensterben habe neben den ökologischen Folgen auch gravierende wirtschaftliche Konsequenzen, wie Andreas Krone den Antrag der Bündnisgrünen erläuterte. Er erinnerte an das Bienensterben, an den Verlust von Obstbaumsorten und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Landwirtschaft. In dieser Situation sollten Kommunen ein Beispiel geben, wie hochwertiger Lebensraum für Menschen, Tieren und Pflanzen erhalten und weiterentwickelt werden kann. Biesenthal befinde sich bereits auf diesem Weg. Andreas Krone erinnerte an den Bahnhofsplatz, andie Neupflanzung der Obstbaumallee zwischen Danewitz und der Dewinseesiedlung und an viele Aktivitäten von Vereinen, nicht zuletzt an die Gründung der Naturschule.

Der Beitritt zu dem 2010 gegründeten Bündnis sei eine Selbstverpflichtung, sich als Stadt immer wieder aufs neue mit dem Thema auseinanderzusetzen. Bislang sind 122 Kommunen Mitglied geworden, im Barnim allerdings noch keine, in Brandenburg nur Schwedt. Als Grund vermutet er den fehlenden Bekanntheitsgrad des Bündnisses. Der Jahresbeitrag in dem eingetragenen Verein beträgt 150 Euro. Mit der Mitgliedschaft könne Biesenthal als Kommune ein gutes Beispiel vorgeben, wie die biologische Vielfalt gefördert werden könne. Nicht zuletzt trage dies zur Identifikation mit der Stadt, insbesondere als Naturparkstadt, bei.

Auf Distanz zu dem Vorschlag ging Detlef Klix (BfB). Biesenthal habe die Aufstellung von Windrädern im Wald beschlossen, ein Beitritt zu dem Bündnis sei in diesem Zusammenhang "scheinheilig". Da das Bündnis bereits sieben Jahre bestehe, sei die Anzahl der Mitgliedskommunen bislang gering.

Hartmut Zerbe, sachkundiger Einwohner im Bauausschuss, plädierte dafür, sich zunächst hundertprozentig auf die Aktivitäten im Rahmen der Naturparkstadt zu konzentrieren, bevor die Stadt weitere Bündnisse eingehe. Auch müssten Bürger, Waldbesitzer und Landeigentümer einbezogen werden.

Wie der Bauausschussvorsitzende Andreas Jahn (CDU/Pro Danewitz) erläuterte, gehe es nur um kommunale Flächen. Private Eigentümer seien nicht betroffen. Das Bündnis verfolge das Motto "vorleben statt festlegen". Zudem erinnerte er an die Gegensätzlichkeit der Debatte um die Windkraftnutzung. Befürworter stellen den von Kritikern angeführten Nachteilen die Bedeutung als Ersatz für umweltschädliche Energieerzeugung entgegen. Das Thema Naturerhalt und Artenvielfalt sei auch in der Diskussion um das Leitbild der Stadt von Bedeutung.

Das Engagement für die biologische Vielfalt entspreche den Zielen der Stadt, unterstrich Peter Westen, sachkundiger Einwohner. Er plädierte für ein "schrittweises Vorgehen". Außerdem sollten missverständliche Begriff vermieden werden, wenn das Bündnis Erfolg haben wolle. Statt pauschal von "Verkehrsvermeidung" zu sprechen, sollte die Rede von intelligenten Verkehrssystemen sein, die naturnahe Räume eben nicht zerschnitten.

Dietrich Sagert (SPD) hob die Beispielwirkung hervor. Blühende Sträucher und Obstbäume statt immergrüne Koniferen anzupflanzen, hieß er gut.

Auf Vorschlag von Andreas Jahn wird das Thema nunmehr in den Fraktionen beraten. Im September soll es dann erneut im Bauausschuss diskutiert werden.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG