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Eva-Martina Weyer 30.07.2017 19:30 Uhr - Aktualisiert 31.07.2017 09:58 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Überschäumende Fülle

Schwedt (MOZ) Zwölf Künstler aus fünf Ländern haben in den vergangenen zwei Wochen unter freiem Himmel in Schwedt und im Nationalpark Unteres Odertal gearbeitet. Ihre Grafiken, Malereien, Fotografien und Installationen sind seit Freitagabend unter dem Titel "Spurensuche" in der Galerie am Kietz zu sehen und von Anfang an sehr beachtet.

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Versunken in die Bildbetrachtung: Ausstellungsbesucher entdecken, wie Schwedt und der Nationalpark die Künstler inspiriert haben. Maler und Grafiker zeigen in allen Räumen der Galerie am Kietz ihre Arbeiten.

© MOZ/Oliver Voigt

Fotostrecke

Pleinair-Künstler laden ein

Niedlich, weiß und wuschelig - Knut zog im Jahr 2007 die Berliner und später die ganze Republik in seinen Bann.  

Zwölf Künstler aus fünf Ländern haben in den vergangenen zwei Wochen unter freiem Himmel in Schwedt und im Nationalpark Unteres Odertal gearbeitet. Ihre Malereien, Fotografien und Installationen sind seit Freitagabend unter dem Titel „Spurensuche“ in der Galerie am Kietz zu sehen und von Anfang an viel beachtet. © MOZ / Oliver Voigt

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Das Künstlertreffen hat zum 26. Mal stattgefunden. Die Stadt Schwedt als Schirmherr und der Schwedter Kunstverein als Gastgeber haben für beste Schaffensbedingungen der Künstler gesorgt. Malerei, Grafik, Holzschnitte, Fotografien und Installationen sind entstanden, die zu angeregten Diskussionen oder zum stillen Betrachten bei den Besuchern am Eröffnungsabend führten. Was der eine als schön und bemerkenswert empfand, das fesselte den anderen überhaupt nicht.

Da waren die großen Tuschezeichnungen des 30-jährigen Matvey Slavin aus Russland. Immer neue Motive konnte der Betrachter in den farbigen und witzigen Zeichnungen von Schwedter Bollwerkszenen entdecken. Sie muteten in ihrer überschäumenden Fülle wie Illustrationen aus Märchenbüchern an.

Viel diskutiert wurden die Papierformen, die die Berliner Künstlerin Astrid Weichelt von Grabsteinen, Mauern und Zäunen des Jüdischen Friedhofs abgenommen hat. Weiß und scheinbar federleicht schweben die Abformungen im großen Galerieraum. Die Schwere des Urmaterials Granit, Marmor, Eisen ist wie weggefegt. Die Traurigkeit dieses Kapitels der Stadtgeschichte scheint auf wunderbare Weise gemildert.

Von ganz anderem Kaliber sind die Farbholzschnitte von Anastasiya Nesterowa. Auf ihren Bildern blinkt eine rote Boje. Gleich scheint sie im satten Grün des Flusses unterzugehen. Das Wasser schimmert und bewegt sich. Eine tolle Imagination, die die Künstlerin dem Werkstoff Holz entlockt. Die junge Frau hat in Odessa und Münster studiert und während des Pleinairs in Schwedt eine sehr intensive Zeit erlebt. "Ich war in einem Arbeitsrausch. Man nimmt sich viel vor und verzettelt sich. Aber am Ende bin ich sehr zufrieden. Und um auf das Thema Spurensuche des Pleinairs zu kommen: Die Spuren von Schwedt haben uns gefunden und wir haben Spuren hinterlassen."

Das Lob der Künstler für den gastgebenden Kunstverein ist überschwänglich. "Es gab nichts, wofür der Verein keine Lösung fand", schwärmen sie. Patrick Fauck aus Leipzig sagte: "Ich habe mich hier sehr gut aufgehoben gefühlt. Alles war äußerst professionell vorbereitet." Fauck hatte Druckgrafiken von Schwedter Stadtansichten mit leicht ironischer Aussage angefertigt und zur Ausstellungseröffnung seinen zweijährigen Sohn Etienne mitgebracht. Dem Kleinen waren die Bilder egal. Er interessierte sich für die golden funkelnden und tief brummenden Saxophone der Musiker, die aufspielten.

Einige der Malereien und Grafiken sind schon zur Ausstellungseröffnung verkauft worden und hatten den roten Punkt neben dem Namenszug des Künstlers. "Mein Mann und ich haben vor den Bildern gestanden und unabhängig voneinander gesagt: Das ist es", erzählte Hanka Dülsen.

Geöffnet: Di und Mi 10 bis 16, Do 10 bis 18 und So 15 bis 17 Uhr.

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