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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Jan G.

Jan G. aus Müllrose
Jan G. aus Müllrose © Foto: Privat
Mathias Hausding / 10.08.2017, 14:06 Uhr - Aktualisiert 10.08.2017, 14:22
Frankfurt (Oder) (MOZ) Im Fall des Dreifachmords von Müllrose und Oegeln hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) jetzt Anklage gegen Jan G. erhoben. Eine Sprecherin des Landgerichts Frankfurt bestätigte am Donnerstag den Eingang der Klageschrift. Nähere Angaben zum Inhalt wollten beide Stellen zunächst nicht machen. Zur Begründung hieß es, dass die Klageschrift den weiteren Verfahrensbeteiligten noch nicht offiziell zugestellt worden sei. Anfang der kommenden Woche sollen demnach Details verkündet werden.

Der 25 Jahre alte Jan G. hatte am 28. Februar dieses Jahres in Müllrose (Oder-Spree) nach einem Streit um Geld seine Oma mit einem Messer getötet. Sie beging an diesem Tag ihren 79. Geburtstag. Auf der anschließenden Flucht in dem Auto seiner Großmutter überfuhr der mehrfach Vorbestrafte im nahe gelegenen Oegeln zwei Polizisten, die seinen Wagen mit einem Nagelgurt stoppen wollten.

Der Beschuldigte stand bei den Taten offenbar unter Drogeneinfluss. Zudem leidet er unter Schizophrenie und hatte wohl seine Medikamente nicht genommen. Wegen dieser und anderer Umstände gab es nach dem Drama viel Kritik sowohl am gesetzlichen Betreuer des jungen Mannes als auch an einer Kammer des Landgerichts Frankfurt, die ihn noch wenige Wochen vor den tödlichen Attacken auf freiem Fuß gelassen hatte, obwohl Jan G. zuvor massiv gegen Bewährungsauflagen verstoßen hatte.   

Ende 2016 wurde er zum letzten Mal wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt. Die Richter wiesen die Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie an, setzten diese Maßnahme jedoch auf Bewährung aus.

Peter-Michael Diestel, der Anwalt des Beschuldigten, sagte am Donnerstag dieser Zeitung: „Es handelt sich hier um ein bizarres Versagen administrativer Strukturen. Darum wird sich auch das nun anstehende Verfahren drehen.“ Jan G. sei bei vergangenen Taten für schuldunfähig erklärt worden. Und so werde es auch dieses Mal ausgehen, prognostizierte Diestel, der derzeit im Urlaub ist, aber bestätigen konnte, dass die Klageschrift in seinem Büro eingetroffen ist.  

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