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Mit der Bachelorarbeit nach Indien

Lukas herkt und Kommilitone Paul Walter planen Schulprojekt in Indien
Lukas herkt und Kommilitone Paul Walter planen Schulprojekt in Indien © Foto: MZV
Josefin Roggenbuck / 12.08.2017, 10:48 Uhr
Birkenwerder (OGA) Im Jahr 2013 absolvierte Lukas Herkt ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Indien. Knapp vier Jahre später zieht es den jungen Birkenwerderaner zurück in das südasiatische Land. Gemeinsam mit seinem Uni-Kommilitonen Paul Walter plant er ein Schulbau-Projekt.

"Lukas ist momentan in Indien und betreibt die Vor-Ort-Recherche", sagt Studienfreund Paul Walter. Die beiden Kommilitonen schreiben gemeinsam an ihrer Bachelorarbeit. Thema für die Abschlussarbeit des Architekturstudiums ist ein Schulbau in Indien. Genauer gesagt in Shilong, einer Großstadt im Osten des asiatischen Landes, an der Grenze zu Bangladesh. Dort planen die beiden, eine bereits vorhandene Schule um- und auszubauen. "Die Schule ist einfach zu klein für die vielen Schüler", sagt Paul Walter. Derzeit gibt es nur drei Klassenräume für Schüler der ersten bis zehnten Klasse. Viele Jugendliche würden deswegen auch die Schule bereits mit der siebten Klasse verlassen. Es mangelt an Räumen, die Klassen können nicht unterrichtet werden. Außerdem gibt es nur dünne Trennwände aus Holz zwischen den einzelnen Räumen. Sanitäre Anlagen sind praktisch nicht vorhanden und es fehlt ein Gemeinschaftsraum für die Schüler.

Der Kontakt zu der Schule und die anschließende Idee, dieses Projekt als Thema für die Abschlussarbeit zu wählen, ist im Frühling dieses Jahres entstanden. "Lukas kannte den Sohn der örtlichen Schulleiterin von seinem FSJ", sagt Paul Walter. "Er wusste auch, wie dringend dort neu gebaut und umgebaut werden muss." Anstatt ein vorgegebenes Thema zu wählen, einigten sich die Studienfreunde auf etwas mit mehr Nachhaltigkeit. "Wir stecken soviel Zeit in solch ein Projekt, dann muss es auch etwas bringen", sagt der noch in Berlin gebliebene Paul Walter. Das Projekt soll auch in der Praxis existieren und nicht nur auf dem Papier.

Ihre Arbeit haben Lukas Herkt und Paul Walter bereits begonnen. Dafür ist der Birkenwerderaner seit Mai in Indien. Er lebt bei den Einheimischen, analysiert, welche Materialien verbaut, wie die Baupläne gestaltet werden sollen. Vor-Ort-Recherche sei wichtig, damit das neue Schulgebäude architektonisch auch in die Umgebung passe. In der Region würde viel mit Holz gebaut werden, sagt Paul Walter. Da könne die Schule nicht als grauer, futuristischer Betonklotz in die Gegend gestellt werden. Die Einheimischen stünden voll hinter dem Projekt, aber man müsse sich auch an deren Baukultur anpassen, so die Studenten. Wenn Lukas Herkt Mitte September zurückkommt, erstellen sie aus der Analyse ihre Bachelorarbeit. Sie zeichnen Baupläne, überlegen, wie künftig die Entwässerung funktionieren kann, und gestalten den Schulcampus neu auf dem Papier. Welche Stärke ein Holzträger haben muss, kann auch in der Technischen Universität Berlin berechnet werden.

Doch damit die ganze Arbeit nicht nur auf dem Papier existiert, wollen die Studenten im Frühjahr 2018 ihr Projekt vor Ort umsetzen. Mit dem Entwurf im Gepäck werden die beiden nach Shilong fliegen, selbst auf der Baustelle arbeiten. Dort würden sie entscheiden, ob der Entwurf so umgesetzt wird oder noch verändert werden muss. "Da beziehen wir die Bewohner auch mit ein", sagt Paul Walter. "Die haben Lukas jetzt schon ihre Hilfe zugesichert." Aber dennoch brauchen die Studenten auch externe Unterstützung. Mittels einer Crowdfunding-Kampagne (siehe Info-Kasten) möchten sie Geld für die Umsetzung des Projekts sammeln. Beide hoffen auf Stiftungen oder auch Privatpersonen, die als Kapitalgeber die Aktion mitfinanzieren.

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