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Zwischen Wullwinkel und Biesenthal wird der Schutz von Radfahrern als Grund des Tempolimits nicht erwähnt / Irritationen auch Richtung Lanke

Autofahrer vermisst richtige Beschilderung

Olaf Schröder / 15.08.2017, 06:50 Uhr
Biesenthal (MOZ) Über zwei Ausschilderungen ärgert sich Norbert Zillner aus Wandlitz maßlos. Dies sind zum einen die Verkehrszeichen für das neue Tempo-Limit zwischen Biesenthal und Wullwinkel. Zum zweiten betrifft es die Landstraße zwischen Biesenthal und Lanke.

"Jeder, der Zeitung liest, weiß, dass das Tempo-Limit von 70 km/h zwischen Wullwinkel und Biesenthal zum Schutz von Radfahrer eingeführt wurde", sagt er. Das angebrachte Zusatzschild verweist jedoch als Grund der Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Schutz der Bäume. "Die Bäume stehen aber einige Meter entfernt von der Fahrbahn. Da hält sich doch kein Autofahrer an das Limit."

Den Schutz der Radfahrer hatten auch die Biesenthaler Stadtverordneten vor Augen, als sie das Limit beantragten. Im vergangenen Jahr war kurz vor Wullwinkel ein Radfahrer bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll nach der Vorstellung der Stadtverordneten so lange Bestand haben, bis der geplante Radweg zwischen Wullwinkel und Biesenthal gebaut ist. Zu Aktionen wie Fahrraddemonstrationen hatte schon zuvor insbesondere die Lokale Agenda Biesenthal aufgerufen. Angeordnet wurde Tempo 70 schließlich von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Barnim.

Mit dem Limit soll auch die Sicherheit der Radfahrer erhöht werden, erläutert Pressesprecher Oliver Köhler. Da es auf der Straße aber auch andere Unfälle gegeben habe und es entlang der Straße zu den Bäumen keine Leitplanken gebe, sei das Zusatzschild zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer ausgewählt worden. Auf jeden Fall sei das Ziel, die Radfahrer zu schützen, mit dem 70er-Schild auch erreicht. Wenn mit dem Bau des Radwegs Leitplanken aufgestellt werden, könne auch das Tempolimit wieder aufgehoben werden, anderenfalls bliebe es mit der Unfall-Warnung erhalten.

Für Norbert Zillner ist die Begründung nicht akzeptabel. "Ein Zusatzschild wie ,Achtung Radfahrer' würde mehr Autofahrer zur Vorsicht animieren, weil sie dann den Grund dafür erkennen", sagt er. Zudem verweist er auf andere Straßen mit größeren Bäumen, die dichter an der Fahrbahn stehen, keine Leitplanken und kein Tempolimit haben.

Der Ärger über die Beschilderung zwischen Biesenthal nach Lanke entstand, weil jemand das Ortseingangsschild von Biesenthal gestohlen hat. Als Ersatz - bis zum Eintreffen des neuen Schildes - brachte die Straßenmeisterei ein Tempo-50-Schild für die Ortsgeschwindigkeit an. "Das ist auch in Ordnung", sagt Norbert Zillner. Fatal sei nur, dass in umgekehrter Richtung bis Lanke die Ortsgeschwindigkeit nicht aufgehoben werde, jeder also eigentlich maximal 50 km/h fahren dürfe. Marek Breternitz, Leiter der Straßenmeisterei, erklärt dies damit, dass Rollsplitt aufgebracht worden sei und dann generell eine Geschwindigkeitsbegrenzung gelte. In dieser Woche werde die Strecke gefegt. Nach Abschluss der Arbeiten gelten wieder die bisherigen Temporegelungen. Er hofft, dass bis dahin auch das neue Ortsschild eingetroffen ist.

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