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Biesenthaler Kulti befragt Kinder und Jugendliche zur Nutzung von sozialen Medien

Verführerisches Internet

Marie-Christin Bema (r.) zeigt Hannah (l.) und Greta Sielaff, was beim Internet zu beachten ist.
Marie-Christin Bema (r.) zeigt Hannah (l.) und Greta Sielaff, was beim Internet zu beachten ist. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 17.08.2017, 07:50 Uhr
Biesenthal (MOZ) Kinder und Jugendliche nutzen das Internet und die moderne Medienwelt ganz selbstverständlich, aber auch unterschiedlich. Dies hat eine Umfrage unter den neun- bis 18-jährigen Besuchern des Jugendkulturzentrums Kulti in Biesenthal ergeben.

Die Förderung des bewussten Umgangs mit modernen Medien ist für den Träger des Kulti, der Hoffnungstaler Stiftung Lobetaler, ein wesentliches Anliegen. Im Rahmen der medienpädagogischen Arbeit haben die Mitarbeiter des Kulti, Sozial- und Medienpädagogen mit ehrenamtlicher Unterstützung eine Umfrage zur Mediennutzung der neun bis 18-jährigen Besucher durchgeführt. 21 Kinder und Jugendliche beteiligten sich. Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, zeigt aber wichtige Trends.

Die Auswertung ergab: Die Kinder und Jugendlichen nutzen viele soziale Plattformen aktiv und kennen sich sich mit den technischen Geräten gut aus. Auf Plattformen wie WhatsApp beispielsweise werden Freundschaften gepflegt. Sie verbringen aber auch sehr gerne Zeit miteinander, zum Beispiel in Vereinen oder im Jugendzentrum selbst, heißt es weiter. Deutlich wurde, die Kinder und Jugendlichen finden sich gut zurecht und besitzen viele technische Geräte wie Spielkonsolen, Fernseher und Smartphones. Internet und Smartphones werden sehr intensiv genutzt, zum Beispiel für Spiele und Videos, aber auch, um Informationen für die Schule zu recherchieren oder auszutauschen. Kritisch zu bewerten sei der lockere Umgang mit den persönlichen Daten, auch Cybermobbing sei bei den Jugendlichen kein Einzelfall.

Insgesamt gab es klare altersspezifische Unterschiede, wie der Medienpädagoge und Sozialarbeiter Sebastian Henning erläutert. Kinder widmen sich hauptsächlich Spielen. "Dabei lernen sie die Technik gleichsam spielend kennen," so Henning. "Im Laufe der Jahre nutzen sie mehr und mehr das Internet und finden sich in soziale Netzwerke hinein, manchmal zu früh." Mit 18 sei der Gebrauch sozialer Plattformen eine Selbstverständlichkeit. Einen Einschnitt bedeutet zuvor schon die einsetzende Pubertät. Dann wachse der Wunsch, sich selbst im Internet darzustellen - und vor allem die Neugier auf die Reaktion der anderen darauf.

Bei der Befragung, die ehrenamtlich von Marie-Christin Bema unterstützt wurde, bleib es nicht. Mit den Kindern und Jugendlichen wurde das Thema besprochen. "Es geht darum, sie dafür zu sensibilisieren, was man von sich im Internet preisgibt", sagt Sebastian Henning. "Das Internet vergisst nicht und ein Nutzer sollte sich weder psychisch noch körperlich erpressbar machen." Auch Kinder sollten schon gefälschte Profile erkennen können und verstehen lernen, was es bedeutet, wenn sie von einem Unbekannten angeschrieben werden, der fragt "Hey, wie geht's dir?". Das müssen nicht nur Männer-, das können auch Frauenprofile sein, so Sebastian Henning. Zudem wurde im Kulti eine Wandtafel mit Bildern zu den Problemen der Internetnutzung angefertigt. Alle, die daran mitgearbeitet haben, konnten mit ihrem Namen auf der Tafel unterschreiben. Auch Themen wie Virenschutz besprochen.

In der Biesenthaler Grundschule ist Medienaufklärung gleichsam ein Thema. Nach der Analyse der Befragung wurde in Kooperation mit der Schule mit den 4., 5. und 6. Klassen ein Workshop von etwa anderthalb Stunden zum Thema "Persönliche Daten" durchgeführt. Ein Elternabend ist geplant. Der Workshop soll im nächsten Jahr ab der 4. Klasse wiederholt werden. Das Kulti und die Jugendkoordinatorin Renate Schwieger wollen diese Workshops in allen Schulen des Amtes Biesenthal-Barnim anbieten. Die medienpädagogische Projektarbeit wird durch den Landkreis Barnim und die Stadt Biesenthal gefördert.

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