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René Wernitz 25.08.2017 09:55 Uhr
Red. Rathenow, redaktion-rn@brawo.de

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Über'n Tellerrand: allein in Spandau

Havelland (MOZ) Da hatte ihn Berlin wieder auf dem Bildschirm, Rudolf Heß, den letzten Insassen des Kriegsverbrechergefängnisses in Spandau. Das rechtsextreme Lager wollte seiner am vorigen Wochenende gedenken. Ausgerechnet um Heß, möchte man meinen, der laut biografischen Angaben des Deutschen Historischen Museums (www.dhm.de) durch Adolf Hitler zum Psychopathen erklärt und aus allen Parteiämtern entlassen wurde, wird seit seinem Tode vor 30 Jahren ein rechtes Brimborium veranstaltet. Hätten die Alliierten, statt Heß bis zuletzt mit enormem Aufwand zu bewachen, ihn vorzeitig aus lebenslanger Haft entlassen, wäre er vielleicht nicht noch der geworden, zu dem er nach seinem Tod stilisiert wurde. Zumal die Sowjetunion zu der Zeit, als der Hitlerstellvertreter in britische Gefangenschaft geriet, mit Deutschland die geringsten Probleme hatte. Am 10. Mai 1941, als Heß im kruden Alleingang zu den Briten flog und bei ihnen per Fallschirm landete, um dann über Frieden verhandeln zu wollen, war die kommunistische Sowjetunion dem nationalsozialistischen Deutschland, beide hatten Polen einvernehmlich unter sich aufgeteilt, noch freundschaftlich und vertraglich verbunden. Der deutsche Überfall auf die UdSSR erfolgte am 22. Juni 1941. Die USA traten erst im Dezember 1941 in den Krieg ein.

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Indes war der Hitlernachfolger im Vergleich zum Hitlerstellvertreter weit milder bestraft worden. Vom Führer testamentarisch so gewollt, hatte Großadmiral Karl Dönitz am 1. Mai 1945 die Regierungsgewalt und das Oberkommando über die Wehrmacht übernommen, wie ebenso auf www.dhm.de berichtet wird. Er wurde im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zu zehn Jahren verurteilt, die er in Spandau bis 1956 abgesessen hat. Dönitz starb 1980 als freier Mann, während Heß weiter im Kriegsverbrechergefängnis einsaß - ab 1966 ganz allein.

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