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Olav Schröder 28.08.2017 07:50 Uhr - Aktualisiert 28.08.2017 11:32 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Ein kleines Dorf, ein Jahrhundertfest

Danewitz (MOZ) Wohl mehrere tausend Besucher kamen am Wochenende zur 750-Jahr-Feier von Danewitz. Ein viel beklatschter und umjubelter Höhepunkt war der große Festumzug zur Ortsgeschichte. Das Dorf selbst zählt lediglich 260 Einwohner.

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Der Festumzug erinnert an die Mächtigen des 15. Jahrhunderts in Danewitz. An der Darstellung der Ortsgeschichte nahm mehr als die Hälfe aller Einwohner des Ortes teil.

© MOZ/Sergej Scheibe

Es war unvermeidlich. Der historische Festumzug, an dem sich mehr als die Hälfte der Danewitzer in historischen Kostümen und geschmückten Wagen beteiligte, war so lang, dass die Ortsdurchfahrt für die Ortsgeschichte nicht ausreichte. Wo sich die hintere Dorfstraße mit der vorderen trifft, kreuzte sich auch der Umzug.

Fotostrecke

750 Jahre Danewitz Festveranstaltung

Niedlich, weiß und wuschelig - Knut zog im Jahr 2007 die Berliner und später die ganze Republik in seinen Bann.  

750 Jahrfeier Danewitz Festveranstaltung © MOZ / Sergej Scheibe

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Dicht gedrängt standen die Zuschauer am Straßenrand. Sie kamen aus den Nachbarorten Biesenthal, und Rüdnitz, aus Basdorf, Marienwerder und Lanke, aus Bernau, Eberswalde, Berlin und noch vielen anderen Städten und Gemeinden der Region. Der Ruf als Märkisches Backofendorf und Veranstaltungen wie die AWO-Treffen dürften zu dem Bekanntheitsgrad einer der kleinsten Niederbarnimer Orte beitragen und damit zu dem großen Zuspruch. Viele der Danewitzer, die nicht im Umzug mitgingen, hatten - meist ebenfalls in historischen Gewändern - auf Stühlen und Bänken vor ihren mit Blumen, Strohpuppen und Wimpeln geschmückten Häusern Platz genommen und stellten so ein historisches Gesamtbild des Dorfes dar. Ganz Danewitz zeigte auf lebendige Weise, die besondere "Verbundenheit und Heimatpflege", von der am Vorabend beim Festempfang mit mehr als 200 Besuchern Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch gesprochen hatte. Danewitz bewies seinen "eigenen Charakter und viel Charme" mit einer "Mischung aus Natur, Kultur und Lebensqualität", wie Amtsdirektor André Nedlin in seiner Begrüßung festhielt. Und Landrat Bodo Ihrke erinnerte sich daran, dass er selbst einmal gern nach Danewitz gezogen wäre: "Immer wenn man hierher kommt", so Ihrke, "hat man das Gefühl eines guten Miteinanders."

Fotostrecke

750 Jahre Danewitz Umzug

Niedlich, weiß und wuschelig - Knut zog im Jahr 2007 die Berliner und später die ganze Republik in seinen Bann.  

750 Jahrfeier Danewitz Umzug © MOZ / Sergej Scheibe

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Im Gegensatz zum Landrat ist Nancy Schäfer der Umzug nach Danewitz geglückt. Sie wohnt seit einem halben Jahr dort und nahm gleich mit ihrer Tochter Maxi am Umzug teil. Zusammen mit Dagmar Cezarek - sie wohnt seit mehr als 60 Jahren in Danewitz -, Burkhard Thiele und Hartmut Tepper ging sie im Bild der Ersterwähnung des Ortes im Jahr 1267 mit.

Dass "Danewitzer gerne Gäste empfangen", wie Biesenthals Altbürgermeister Thomas Kuther sagte und wie intensiv sie sich auf ihre Gäste vorbereiten, bewies beispielsweise Christian Dörr, der für den Umzug die Kirche im Modell nachgebaut hatte. Gabriele Hübner, Ulrike Leys, Christin Kaltwasser und 16 Kinder stellten den Bau des Schulhauses von 1832, die DDR-Schulzeit und den heutigen Schulbusverkehr dar. Dass Gäste auch im Umzug willkommen sind, bewies das Bild zum Ausbruch der Pest. Kerstin Jonas, Katrin Eckert und Christina Kossatz stellten gemeinsam mit Beate Röwert aus Bernau die schaurige Zeit dar, die in Danewitz nur fünf Bauern und zwei Knechte überlebten. Wenige Jahre vor der Pest hatte schon der 30-jährige Krieg einschneidende Folgen gehabt, wie Holger Kaltwasser und seine Landsknechte zeigten: "Das Vieh war weg und wer sich als Bauer nicht freikaufen konnte, wurde zwangsrekrutiert."

Die Feuerwehr präsentierte nicht nur das Modell des verheerenden Dorfbrandes von 1826, sondern auch die weitere Entwicklung von der ersten Pferdespritze an. Unter den 23 Bildern fehlten weder der Nachtwächter - bis 1955 wurde das Amt besetzt -, der Schmied, die Gemeindeschwester und der ABV (Abschnittsbevollmächtigte) noch liebevoll herausgeputzte zwei- und vierrädrige Oldtimer samt Landmaschinen. Vereine und Unternehmen der Gegenwart setzten den Schlussakkord eines grandiosen Umzugs.

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