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Freie Naturschule Barnim öffnet nach den Sommerferien in Biesenthal

Neue Schule, neues Lernen

Es geht los: Lehrkräfte, Eltern und Kinder in den Räumen der umgebauten und frisch renovierten Freien Naturschule in Biesenthal. Mit ihrer Eröffnung gibt es wieder eine weiterführende Schule in der Stadt.
Es geht los: Lehrkräfte, Eltern und Kinder in den Räumen der umgebauten und frisch renovierten Freien Naturschule in Biesenthal. Mit ihrer Eröffnung gibt es wieder eine weiterführende Schule in der Stadt. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 03.09.2017, 06:00 Uhr
Biesenthal (MOZ) Mit dem Beginn des neuen Schuljahres gibt es in Biesenthal eine neue Schule. Die Freie Naturschule Barnim eröffnet als Oberschule mit integrierter Grundschule ihren Betrieb in freier Trägerschaft.

Im Biesenthaler Stadtbild fällt die neue Schule nur wenig auf. Sie entstand in viel Eigenarbeit der Schulinitiative und ihrer Helfer in einem bestehenden Hofgebäude in der Grünstraße. Ab Montag werden dort 15 Schüler unterrichtet. Darunter befinden sich fünf Abc-Schützen, acht Zweit- und Drittklässler und zwei Schüler der achten Jahrgangsstufe. In den kommenden Jahren wird die Schülerzahl auf rund 80 Kinder anwachsen, die in altersdurchmischten Lerngruppen von den Lehrkräften um Janine Nousch unterrichtet werden. In den nächsten Jahren wird das Gebäude mit drei Lernräumen und einer Küche für den jährlichen Zuwachs ausreichen. Für die Zeit danach wird an leerstehende Gebäude wie die ehemalige Polizeischule am Wukensee gedacht.

Vor zwei Jahren hatte sich die Gründungsinitiative - sie wird als Schulinitiative weiter bestehen - in Biesenthal zusammengefunden und seitdem an der Verwirklichung des Schulprojekts gearbeitet. Eine der drei Grundideen für die neue Schule ist die enge Verknüpfung von Natur und Schule. So wird es beispielsweise in jeder Woche zwei Waldtage geben, in denen der Unterricht draußen stattfindet, sowie für jede Jahreszeit ein einwöchiges Jahreszeitencamp. Auch Mathematik wird in und am Beispiel der Natur unterrichtet. Die Stärkung der Beziehungskompetenz und das Erlernen von Formen der Selbstorganisation bilden die beiden weiteren Säulen des Schullebens. Die Vermittlung der Inhalte des Rahmenlehrplans erfolgen dabei innerhalb einer festen Tagesstruktur von 8.30 bis 14.30 Uhr mit Morgenkreis, Aufgabenfindung und -bearbeitung, wechselseitigen Angeboten zwischen Kindern und Lehrern bis hin zu Entspannungs- und Bewegungsphasen sowie Mittagszeit. Aufgrund der noch geringen Schülerzahl arbeiten einige Lehrer derzeit auf der Basis von Minijobs in Zweitbeschäftigungen. Andere sind Quereinsteiger aus Bereichen wie Umwelt- und Verfahrenstechnik, Landschaftsnutzung und Naturschutz. Sie absolvieren verbindlich eine parallele fachdidaktische Ausbildung.

Erst am Mittwoch traf die endgültige schriftliche Genehmigung des Bildungsministeriums ein. Diese Kurzfristigkeit ist nichts Ungewöhnliches bei Schulneugründungen. "Aber für die Eltern bedeutete dies einen großen Spagat", sagt Katrin Paul. Sie arbeitete schon früh in der Gründungsinitiative mit. Als sich die Suche nach einem Gebäude als schwierig abzeichnete, stellte sie schließlich das Hofgebäude ihres Mirabellenhofs in der Grünstraße zur Verfügung. Im Vertrauen auf den Start der Schule nach den Ferien hatten die Eltern ihre Kinder angemeldet. Einige waren sogar aus Berlin nach Biesenthal gezogen, berichtet Janine Nousch, weil sie das Schulkonzept so überzeugend finden. Schulen mit einem ähnlichen naturbezogenen Konzept seien ausgesprochen selten. Eine ähnliche gebe es in Dresden.

Bei den Entscheidungsträgern in und über Biesenthal hinaus ist die neue Schule offensichtlich bereits akzeptiert. Die Stadtverordnetenversammlung, die Amtsverwaltung und der Landkreis haben die Aktivitäten zügig und wohlwollend begleitet.

Bei einer Schulgründung durch freie Träger sind vor allem die ersten drei Jahre ohne staatliche Zuschüsse schwierig zu überstehen. Die Freie Naturschule hatte die finanzielle Absicherung dieser drei Jahre schließlich mit einem wahren Kraftakt nachweisen können. Innerhalb einer knappen Woche, berichtet Paul Weißbach, habe die Initiative elf Kredite und 146 Bürgschaften erhalten. Möglich geworden sei dies, da die Schulidee bereits bei vielen potenziellen Unterstützern bekannt sei. Die finanzielle Grundausstattung ermöglichte die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken Bochum. Praktische Unterstützung ist auch künftig willkommen, sei es im handwerklichen Bereich oder bei der Lohnbuchhaltung.

Kontakt: www.naturschule-bar nim.de

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