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Frauke Adesiyan 13.09.2017 06:30 Uhr - Aktualisiert 13.09.2017 12:18 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Bloß keine Manufaktur

Frankfurt (Oder) (MOZ) Mit großer Bandbreite präsentiert sich Rostyslav Voronko ab Sonnabend im Spektrum-Haus. Seine Arbeiten reichen von experimentierfreudigen Porträts bis zu impressionistischen Landschaften und sind immer auch von seinem Vater inspiriert, der ihn zur Kunst brachte.

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Flirrende Wellpappe: Die Gesichter, die Rostyslav Voronko malt, scheinen durch den besonderen Untergrund immer in Bewegung.

© MOZ/Frauke Adesiyan

Es flirrt und schimmert vor den Augen des Betrachters. Fast scheinen sich die schönen Frauengesichter zu drehen, die Augen zu blinzeln, die Lippen zu flüstern. Kommt man näher, lösen sie sich auf. Mit starkem, schnellen Strich hat Rostystlav Voronko die Antlitze gemalt; das Besondere: Sie schauen von Wellpappe aus den Rahmen. "Ich habe auf einer Baustelle gearbeitet und das Licht fiel vom Fenster auf die Pappe. Die Struktur hat mich sofort fasziniert", erzählt der 44-jährige Künstler. Und schon ist man mittendrin in seinem ungewöhnlichen Leben.

Als er in Brandenburg auf Baustellen arbeitet, um seine Familie zu unterstützen, hat der aus der Ukraine stammende Maler schon eine Ausbildung zum Restaurator und ein Kunststudium in Lwiw hinter sich. Die Abenteuerlust treibt ihn nach dem Studium nach Deutschland, ein Kommilitone schwärmt von den Ateliers in Beeskow. Voronko folgt ihm und restauriert Altare und Orgeln in Brandenburger Dörfern, abends malt er an seinen Bildern. "Die Aufträge waren nicht immer stabil, da musste ich auch andere Dinge machen", sagt er und hebt fast entschuldigend die Hände, an deren Schwielen man die Arbeit förmlich ablesen kann.

Inzwischen hat Voronko, der seine Kunst ab Sonnabend erstmals in Frankfurt zeigt, eine feste Stelle im Kunstarchiv Beeskow, wo er Bilder von DDR-Künstlern restauriert und Ausstellungen vorbereitet. Zudem arbeitet er in seinem Atelier am Dicken Turm in der Beeskower Altstadt. Zumindest kann man dort seine Kunst sehen. Denn zum Arbeiten ist Voronko am allerliebsten draußen. Beispielsweise beim Beeskower Künstler-Pleinair zum Mythos Europa, bei dem die großformatigen Gesichter auf Wellpappe entstanden sind.

Aber auch seine Landschaftsbilder sind offensichtlich draußen und unter dem Eindruck von speziellen Lichtverhältnissen entstanden. Birkenwälder, Kornfelder, ein Teich, Kiefern unter Schnee - all den Bildern, die an Lieblingsplätzen in der Region und auf Reisen entstehen, sieht man seine Liebe für die Impressionisten an. "Ich bin begeistert davon, wie sie das Licht in die Kompositionen einbringen", erzählt er und dass er deren Werke stundenlang in Pariser Museen studiert.

Doch Voronko hat noch andere Handschriften. Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind scharf gezeichnete Kupferstiche: eine schwungvolle Salsa-Tänzerin, ein lüsterner Zeus. Was ihm am meisten liegt, ist die Abwechslung. "Ich will nicht zu einer Manufaktur werden und nur eine Art von Bildern produzieren", sagt er.

Bilder seines Vaters Mykhailo werden auch in einem Raum der Ausstellung gezeigt. Er war es, der Voronko von der Kunst als Beruf überzeugte. "Es war immer sein Traum, ich habe ihn umgesetzt."

Vernissage der Ausstellung im Spektrum-Haus am Sonnabend ab 16 Uhr. Für eine Laudatio hat sich Tilman Schladebach, langjähriger Direktor der Burg Beeskow, angekündigt. Die Ausstellung läuft anschließend bis zum 17. Oktober, Mo - Fr, 10 bis 16 Uhr im Baumschulenweg 48

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