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Mitarbeiter fordern, dass der verhandelte Tarifvertrag von Arbeitgeberseite unterschrieben wird

Streik bei der Gebäudewirtschaft

Protest: Die Streikenden der Gebäudewirtschaft forderten, den Tarifvertrag zu unterschreiben
Protest: Die Streikenden der Gebäudewirtschaft forderten, den Tarifvertrag zu unterschreiben © Foto: MOZ/Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 13.09.2017, 06:59 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter der städtischen Gebäudewirtschaft (Gewi) haben am Dienstag gestreikt. Mit dieser Aktion unterstreichen die Mitarbeiter ihre Forderung, dass die Arbeitgeberseite den ausgehandelten Tarifvertrag endlich unterschreibt - und zwar ohne Bedingungen. Mit dem Tarifvertrag sollen die Ungleichbehandlungen der Mitarbeiter beseitigt werden.

Denn bei der Gewi herrscht eine Situation, wie sie auch bei vielen anderen Betrieben nicht unüblich ist. Die damalige Geschäftsführerin Simone Irmer ist im Jahr 2000 aus dem Arbeitgeberverband ausgestiegen. Alle Mitarbeiter, die danach eingestellt wurden, haben nur individuelle Verträge erhalten, die sich nicht mehr am Tarifvertrag orientiert haben. Die Folge: schlechtere Bezahlung, mehr Arbeitsstunden, weniger Urlaub. Betroffen seien 15 Kollegen, sagte Ines Barow, Gesandtschaftssekretärin von Ver.di. Für die anderen 21 Mitarbeiter galt zwar der Manteltarifvertrag der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft fort, die tariflichen Entwicklung in den vergangenen 17 Jahren, wie Lohnerhöhungen, wurden aber nicht vollzogen. Der nun neue Haustarif, der seit 2014 in mehreren Runden zwischen Arbeitgeberverband und der Gewerkschaft ausgehandelt wurde, soll diese Ungleichbehandlung beseitigen, durchaus auch mit Verzicht. Dass das Ziel erreicht wurde, darin stimmen alle Parteien überein. Die Arbeitgeberseite fordert derweil, dass vor ihrer Unterschrift alle Arbeitnehmer einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben sollen. Auf dieses Kompensationsgeschäft wolle man sich aber nicht einlassen, sagte Ines Barow.

Oliver Funke, Geschäftsführer der Gewi, wundert sich derweil, dass dieser Punkt strittig ist. Denn nach seinen Aussagen, habe es von Anfang an zu den Bedingungen der Verhandlungen zu einem einheitlichen Tarifvertrag gehört, dass neben einer neuen Eingruppierung auch einheitliche Arbeitsverträge auf Grundlage des ausgehandelten Tarifvertrages ausgestellt werden, die unter anderem die neue Eingruppierung zum Gegenstand haben, aber auch Besitzstandswahrung. Funke verweist darauf, dass er ein vom Aufsichtsrat bestätigtes Personalkostenbudget hat, das er nicht überschreiten kann.

Mit den Streikenden haben sich auch Mitglieder der IG Metall solidarisiert.

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