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Hubertus Rößler 13.09.2017 20:51 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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Musik und Tanz gegen Vorurteile

Eisenhüttenstadt (MOZ) Das Projekt "Instant Acts" hat am Mittwoch Station in Eisenhüttenstadt gemacht. An der Gesamtschule 3 konnten sich die Neuntklässler unter fachkundiger Anleitung in verschiedenen Kultur-Workshops ausprobieren und dabei auch sich selbst neu kennenlernen.

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Mitreißende Vorstellung: Während der Trommel-Darbietung klatschten die Schüler im Publikum nach wenigen Takten mit.

© MOZ/Hubertus Rößler

Tosender Applaus tönt am Mittwoch durch die Gänge der Gesamtschule 3 in der Maxim-Gorki-Straße. Der Beifall gilt einem Dutzend Jungs aus der neunten Klasse, die gerade ihre Beatboxing-Percussion vorgestellt haben. Unter Anleitung des Tschechen Václav Novotný alias "Tiny Beat" hatten die Jugendlichen am Vormittag in einem Workshop gelernt, worauf es bei dieser Technik des Musizierens ankommt. "Das war total cool. Unser Gruppenleiter hat uns die Grundkenntnisse gezeigt - zum Beispiel wie man das Mikro halten muss", erzählen Tobias, Leon und Ben begeistert. Die 13- und 14-Jährigen hatten zwar zuvor schon einmal Beatboxing gehört, aber noch nie selber ausprobiert. "Das macht voll Spaß. Wir wollen das gerne weitermachen und haben auch den Tipp gekriegt, dass es auf Youtube Videos zum Lernen gibt", berichten die drei Jungs.

So wie ihnen geht es am Mittwoch vielen ihrer Mitschüler, die sich alle in verschiedenen Kunst-Richtungen ausprobieren können. Nach den eineinhalbstündigen Workshops präsentieren die Schüler ihre Ergebnisse untereinander. Die sechszügige neunte Jahrgangsstufe absolviert seit gut zehn Jahren diesen Projekttag mit der Gruppe "Instant Acts" (auf deutsch etwa: "Sofort-Aufführung"), die ihren Sitz in Berlin hat und mit Künstlern aus aller Welt anreist. Mit dabei sind Musiker, Akrobaten, Tänzer, Performer und Geschichtenerzähler, die aus Ägypten, Brasilien, Burkina Faso, Frankreich, Israel, Italien, Kroatien, Palästina, Polen und Tschechien stammen.

Gegründet wurde "Instant Acts" 1993 von Til Dellers, der in Eisenhüttenstadt auch durch das Programm führt. "Wir sind heute mit 14 Künstlern im Alter von 19 bis 29 Jahren vor Ort. Letzte Woche haben wir in Mecklenburg-Vorpommern unser Programm erstellt, das wir im Abschluss an die Darbietungen der Teilnehmer präsentieren. In diesem Jahr geht es in dem Spektakel um die aktuelle Situation auf der Welt. Das Stück soll zum Nachdenken anregen, hat neben tiefgreifenden aber auch lustige Elemente", erzählt Dellers, der mit dem Projekt Jugendliche mithilfe verschiedener künstlerischer Disziplinen ansprechen will. "Die Kids können bei uns etwas mitnehmen für ihr ganzes Leben. Und auch die Lehrer können erfahren, wie man in kurzer Zeit viel erreichen kann und wie man die Schüler motiviert - denn diese lernen motivierter viel mehr. Es ist schade, dass man in der Schule keine Fehler machen darf, denn durch Fehler lernt man erst."

Er berichtet auch von einem Schüler, der nach dem Workshop am Vormittag Angst vor dem Auftritt bekommen hat. "Doch gemeinsam haben wir ihn überredet und am Ende war er glücklich, seinen Darbietung gezeigt zu haben", erzählt der Projektleiter. "Die Jugendlichen sollen mit den künstlerischen Angeboten auch eine fremde Kultur kennenlernen. Das hilft gegenseitige Achtung aufzubauen und Frust spielerisch abzubauen. Und wenn die Kids am Nachmittag den Auftritt die Künstler sehen merken sie, was alles möglich ist und was man erreichen kann."

Begeistert von den Darbietungen der Schüler zeigt sich auch Schulleiterin Ute Tupy. "Die Kooperation mit ,Instant Acts' läuft seit vielen Jahren und bringt unseren Schülern enorm viel. Ziel dieses Projekttages ist es, in der Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern und anderer Kulturen eigene Vorbehalte abzubauen und die Schule als einen Ort der Toleranz und Offenheit zu erleben." Auch die stellvertretende Schulleiterin Antje Hoffmann, die seit dem Beginn der Kooperation die Hauptverantwortung für das Projekt trägt, kann nur positives berichten: "Die Resonanz bei den Schülern ist immer sehr gut. Jeder macht mit und es ist zum Teil rührend zu sehen, wie die Schüler in der kurzen Zeit eine kameradschaftliche Beziehung zu ihrem Gruppenleiter aufbauen." Der Projekttag wird durch "Tolerantes Brandenburg", den Landkreis als Schulträger und den Förderverein der Schule komplett gefördert.

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