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Gold liegt voll im Trend

. "Gold ist Vertrauenssache. Da kommt es nicht nur auf den Preis, sondern auch sehr auf Beratung an." Silvia Hinz von Gold Engel in Bernau weiß, dass für viele Kunden etwa der Kauf von Trauringen nicht in erster Linie eine Frage des Geldes ist. Wenn es das wäre, müsste sich die Zahl der Eheschließungen deutlich reduzieren. Denn, sagt Juwelier Thomas Martins aus Wandlitz, "in zwei Jahren haben sich die Preise für Trauringe mehr als verdoppelt". Die Kundenzahl hat sich deshalb nicht halbiert. Auch die Anzahl der Barnimer, die goldenen Schmuck zum Juwelier tragen, um ihn zu Bargeld zu machen, habe nicht zugenommen, sagt Martins. "Allerdings lohnt es sich für die Kunden jetzt viel mehr als früher."

  Teureres Trauen: Goldschmiedin Inez Lanowski aus Eberswalde mit einer Auswahl von Ehe- ringen, die sie in ihrem Geschõft anbietet. ©

Die Beobachtung von Silvia Hinz ist anders. Es werde schon etwas mehr Altgold abgegeben als noch vor einigen Jahren. Aber die Kunden würden nicht kommen, weil gerade an der Börse die Notierungen nach oben gingen. Das habe persönliche Gründe, "etwa, weil man dringend Geld braucht", sagt Hinz. Auch der Eberswalder Juwelier Andreas Elling kann bestätigen, so etwas von Hartz-IV-Empfängern zu kennen. Gleichzeitig kämen aber Barnimer, bei denen auch die teuersten Ringe nicht das Scheitern der Beziehung verhindern konnten: "Ist die Ehe kaputt, kommen auch die Trauringe weg." Die werden, wie sonst nur kaputter Schmuck, eingeschmolzen. "Die kann man nicht noch einmal in die Auslage zum Verkauf legen", findet Elling.

Auch er hält den Goldpreis nur bedingt für wichtig: "Schmuck ist kein Anlagemedium, um die Rente zu sichern. Das Schmücken steht im Vordergrund." Andererseits kann Elling durchaus einen Trend zurück zum Gold ausmachen. Das hänge etwa mit der Mode zusammen. Spielten längere Zeit Farben eine Rolle, die mit Silber gut harmonierten, kämen nun wärmere Töne zum Zuge - und zu denen passe der Goldschmuck besser. Viele Kunden seien zudem der Meinung: "Wenn schon Schmuck, dann kostbares Gold." Und wer gar im Hinterkopf habe, das gute Stück einmal vererben zu wollen, lege Wert "auf gutes Gold und einen Brillanten". Elling stellt fest, dass es wieder mehr Leute gibt, die sich etwas leisten.

Aber natürlich gibt es auch im Barnim Leute, die wenig von Schmuck, dafür aber viel von der Wertanlage Gold halten. Die Berliner Volksbank, die sechs Filialen im Landkreis hat, sagt, dass die Schlagzeilen Auswirkungen haben. "Goldfonds sind stärker gefragt", so Sprecherin Nancy Mönch. Mit diesen Papieren kann man vom Höhenflug profitieren, ohne Goldbarren zu Hause oder gegen Gebühr im Banktresor einzulagern. "Zurzeit beschäftigen sich Privatkunden mit dem Thema, die sich noch nie für Goldfonds interessiert haben", sagt Mönch.

Das kann Josef Keil, Vorstandschef der Sparkasse Barnim, für seine Kunden so nicht bestätigen. Eine erhöhte Nachfrage nach Gold gebe es nicht. Auch wenn so mancher Barnimer Fondsanteile ordere, die auch Goldpapiere beinhalteten. Eine deutliche Auswirkung aber sei: Goldmünzen werden teuer. Die 100-Euro-Münze, die laut Keil in Billig-Gold-Zeiten vom Materialwert her deutlich unter 100 Euro liegen kann, wurde gerade neu bewertet - und kostet jetzt locker das Dreifache.

Der Goldpreis wird international pro Feinunze berechnet, die 31,1035 Gramm entspricht. Gold bekommt man, sofern man keinen Schmuck beim Juwelier erwirbt, in physischer Form als Münze oder Barren. Dann muss ein Aufschlag auf den Kurs gezahlt werden. Es gibt aber Zertifikate, Fonds und Wertpapiere, die den Goldpreis widerspiegeln. Gold wird in Dollar gehandelt. Derzeit wird so ein Großteil der Gewinne aufgefressen, weil der Dollar gegenüber dem Euro an Wert verliert. Es gibt aber auch Zertifikate, die in Euro ausgestellt sind.

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