Berlin . Die Berliner werden heute im Schnitt drei bis vier Jahre älter als noch vor zehn Jahren - allerdings nicht in sozial schwachen Bezirken. Das geht aus dem jüngsten Berliner Gesundheitsbericht hervor, den Senatorin Katrin Lompscher am Mittwoch präsentierte. Danach haben Berlinerinnen heute eine durchschnittliche Lebenserwartung von 82 Jahren, das sind 3 Jahre mehr als noch in den 90er Jahren. Berliner Männer werden im Durchschnitt fast 77 Jahre alt, das sind vier Jahre mehr als früher.
Die Lebenserwartung der Berliner bleibt jedoch weiterhin eng an ihre soziale Lage und den Wohnort gekoppelt. So sterben Männer in schlechter gestellten Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln oder Mitte mit 74 oder 75 Jahren im Durchschnitt drei bis vier Jahre eher als Berliner im wohlhabenderen Charlottenburg-Wilmersdorf oder Steglitz-Zehlendorf. Berlinerinnen werden mit 83 Jahren in Treptow- Köpenick und Charlottenburg-Wilmersdorf am ältesten. Am frühesten sterben sie mit 80 bis 81 Jahren in Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Spandau. Die regionale Ungleichheit zieht sich nach Angaben der Gesundheitsverwaltung bis in die Ärzteversorgung. So gehe die Anzahl von Fachärzten in sozial schwachen Bezirken zurück.
"Die Gesundheit der Bevölkerung hat sich aber in vielen Bereichen verbessert", betonte Gesundheitssenatorin Lompscher. So gebe es in Berlin im Vergleich zu den 90er Jahren rund 36 Prozent weniger Todesfälle bei Menschen unter 65. Doch auch hier bleibt ein Wermutstropfen: Noch immer ließe sich ein Drittel dieser rund 6700 frühen Todesfälle vermeiden, wenn die Berliner weniger rauchten, weniger Alkohol tränken und mehr auf ihr Gewicht achteten.
Besonders hoch war die Zahl früher Todesfälle unter Ausländern. Gemessen an der Gesamtsterblichkeit von Ausländern in Berlin war die Hälfte von ihnen jünger als 65. Bei den deutschen Frauen lag diese Quote nur bei 12 Prozent, bei den Männern bei rund 33 Prozent. Bei ausländischen Frauen ging jeder vierte, bei ausländischen Männern fast jeder dritte Todesfall auf eine zu fett- und kalorienreiche Ernährung, zu viele Zigaretten oder zu wenig Bewegung zurück.
"Wir müssen die Kultursensibilität bei Gesundheitskampagnen weiter erhöhen und eine andere Ansprache wählen", sagte Lompscher. Wie sehr zum Beispiel Sprachbarrieren und andere kulturelle Gewohnheiten eine Rolle bei der Gesundheit spielen, zeigt auch die Säuglingssterblichkeit. Bei ausländischen Müttern kommen Totgeburten oder der Tod eines Babys im ersten Lebensjahr laut Statistik wesentlich häufiger vor als bei deutschen Frauen.
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22.05.2012 14:19:22 Silvio R.
Und wo liegt das Problem?
22.05.2012 14:10:20 zombie1969
Schon...
22.05.2012 14:09:13 FF Leser
Andere Themen sind wichtig ...
22.05.2012 13:59:19 Kommentareschreiber
Schwindelgefühle vom ewigen Kopfschütteln
22.05.2012 13:53:16 Olli
Radachs Wandertag