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Viola Petersson 06.05.2010 18:47 Uhr
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Brite lässt die Sektkorken knallen

Chorin (moz) Vier Wochen vor dem Saisonstart stellt der Verein Choriner Musiksommer heute in Berlin das Programm für die 47. Auflage der Konzertreihe vor. Gezielt versucht der Veranstalter 2010, junge Hörer an Klassik heranzuführen. Mit dem Stand des Karten-Vorverkaufs zeigt sich der Verein zufrieden.

Von Bach bis zu den Beatles oder von der „Feuerwerksmusik“ bis zu „Pomp and Circumstances“ – musikalisch ist der Bogen beim Musiksommer 2010 in Chorin weit gespannt. Ungeachtet dessen setzt der Verein auch bei der 47. Auflage vor allem auf Bekanntes und Bewährtes. Was für Klangkörper, Komponisten wie auch die Musik selbst gilt. Dies nach dem alten Prinzip, einerseits ein breites Publikum anzusprechen, andererseits mit anspruchsvoller Literatur Maßstäbe zu setzen. Darüber hinaus bietet der Spielplan Platz für „einzelne Überraschungen“, wie der künstlerische Leiter Gunther Wolff sagt.

Zu den Experimenten gehört auf alle Fälle die Premiere der „Choriner JugendMusik“ am 19./20. Juni. Ein Angebot speziell für Schüler. Geschäftsführer Lars Döbler bezeichnet die Resonanz als „vielversprechend“. Noch bis zum 28. Mai halte der Verein ein Kartenkontingent für interessierte Oberschulen und Gymnasien der Region vor. Für vier Euro pro Person offeriert der Choriner Musiksommer – in Kooperation mit der Sparkasse und der Musikschule Barnim – dem Nachwuchs einen Klassik-Tag: mit Werkeinführung und Konzertbesuch (incl. Mittagessen und Busfahrt).

Zu den musikalischen Bonbons der Saison zählen für Wolff vor allem das Eröffnungskonzert am 5. Juni mit dem Verdi-Requiem, das Gastspiel des Konzerthausorchesters Berlin am 20. Juni mit einem Brahms-, Bartok- und Sibelius-Programm („Ein Spitzenereignis, das sicher nicht für große Hörerkreise geeignet ist.“) oder der Auftritt des Bachorchesters des Gewandhauses Leipzig am 3. Juli. In dem Fall hat der Veranstalter offensichtlich auch genau den Geschmack der Fans getroffen.

Das Konzert am 3. Juli gehört zu jenen drei Veranstaltungen, die bereits ausverkauft sind. Neben dem Bachorchester stehen in der Hörergunst die Berliner Symphoniker (12. Juni) und das Staatsorchester Frankfurt/Oder (28. August) ganz oben. Das Konzert der Frankfurter unter Leitung von Howard Griffiths mit dem furiosen Programm, bei dem der britische Dirigent u. a. mit Elgar und Wood gewissermaßen die Sektkorken knallen lässt, wird wegen der großen Nachfrage auch „gedoppelt“. Neben der Nachmittags- gibt es eine Abendvorstellung. Gleiches gilt für das Gastspiel der Original Hoch- und Deutschmeister Wien. „Die Entscheidung, diese Konzerte zu wiederholen, war absolut richtig“, bestätigt Döbler mit Blick auf den Ticket-Verkauf.

Großen Zuspruchs erfreuen sich ebenso die Regensburger Domspatzen (17. Juli), das Trompetenensemble Joachim Schäfer (21. August) und das RSBrass Blechbläserensemble des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (18. Juli) mit einem Cross-over-Programm.

Wohingegen das Gastspiel des Bundesjugendorchesters (11. Juli) aufgrund sehr geringer Nachfrage abgesagt werden musste, was Wolff sehr bedauert. Ein Novum in der Musiksommer-Geschichte. „Lag es am Programm oder am Termin?“ Der Intendant ist ein wenig ratlos, vermutet aber vor allem die Parallelität zum Finale bei der Fußball-WM als Ursache des extrem schwachen Interesses. Der Intendant will sich aber nicht entmutigen lassen. „Im kommenden Jahr soll es wieder zwei Konzerte mit Nachwuchsmusikern geben“, so Wolff.

Insgesamt habe der Verein beim Vorverkauf für die Saison 2010 wertmäßig einen Stand von 80 Prozent erreicht. Dies entspreche in etwa dem Niveau der Vorjahre. „Der Rest ist jetzt wetterabhängig“, sagt Döbler und weist darauf hin, dass die Tageskasse des Musiksommers mit dem Auftakt der 47. Auflage umzieht und künftig in den Klostereingang im Besucherzentrum integriert ist. Das neue Ticket-System, das vor einigen Monaten eingeführt wurde, habe sich bereits bewährt, schätzt der Geschäftsführer ein. Für den Verein bringe es mehr Planungssicherheit, die Gäste wiederum wissen sofort, wo sich ihr Platz befindet. Die Preissteigerung in der ersten Kategorie im Kirchenschiff um einen Euro (auf 24 Euro) sei von den Kunden akzeptiert worden.

Zu den Neuerungen der Saison gehören ebenso Führungen durchs Kloster während der Spielzeit, wie Verwalterin Franziska Siedler informiert. Dies übrigens nicht nur in Englisch, sondern nach vorheriger Anmeldung auch in Französisch, Spanisch, Polnisch oder Schwedisch. Bereichert werde das Erlebnis Chorin zudem durch neue Ausstellungsräume und Expositionen, so Siedler.

Choriner Musiksommer: Karten in der Eberswalder Tourist-Info, Steinstraße, Tel. 03334 64520 oder im Internet unter www.musiksommer-chorin.de

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