Stralsund . Die zur Bremer Hegemann-Gruppe gehörenden Werften in Stralsund und Wolgast sollen in den nächsten Monaten umgebaut werden. Mit der Schaffung zentraler Großabteilungen wolle der Werftenverbund Synergieeffekte nutzen, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Siegfried Crede, am Freitag anlässlich des 60. Betriebsjubiläums in Stralsund.
Jetzt fehlt noch die Ausr³stung: Diese beiden Containerschiffe werden in der Peene-Werft Wolfgast vervollstõndigt. Die Werft geh÷rt wie die in Stralsund zur Hegemann-Gruppe, die ihre Standorte neu organisieren will. Foto: dpa
Den Plänen zufolge soll die gesamte Konstruktionsabteilung künftig in Stralsund konzentriert werden. Im Gegenzug kommen die Finanzbuchhaltung und die Personalabteilung nach Wolgast. Die zentrale Auftragsbearbeitung für alle Hegemann-Werften in Stralsund, Wolgast und Berne ist in Berlin vorgesehen.
Die Umstrukturierung sei bereits mit den Betriebsräten beider Werften abgestimmt worden, sagte Crede. Entlassungen schloss er aus. Allerdings werde der Mitarbeiterbestand in den betreffenden Abteilungen in den nächsten zwei Jahren durch normale Fluktuation zum Beispiel über Altersteilzeit um etwa zehn Prozent sinken.
Zugleich kündigte die Firmengruppe weitere Investitionen in Vorpommern an. Neben dem Bau einer 19 Millionen Euro kostenden Marine-Schiffbauhalle und der Schaffung von 100 Unterkünften für Mariensoldaten in Wolgast ist für Stralsund die Modernisierung der noch aus DDR-Zeiten stammenden Schiffbauhalle vorgesehen. "Wir werden den bislang nur noch für den Sektionsbau genutzten Komplex für fünf Millionen Euro umbauen und ihn ab Juli für den Bau von Spezialschiffen wie Ankerziehversorgern nutzen", kündigte Crede an. Damit würden Kapazitäten in der neuen, 74 Meter hohen Montagehalle frei, in der vorrangig Containerfrachter gebaut würden.
Auf der Volkswerft können den Angaben zufolge künftig jährlich zehn statt bisher sieben Schiffe gebaut werden. Knapp kalkulierte Altaufträge seien inzwischen abgearbeitet und neue Aufträge mit Stahlpreisgleitklauseln gesichert worden, um drastisch steigende Weltmarktpreise auszugleichen, sagte Crede. Damit steuere der im August vom dänischen A.P. Moeller-Konzern übernommene Schiffbaubetrieb nach fünf Jahren roter Zahlen 2008 wieder in die Gewinnzone. Erstmals seit zwölf Jahren werde in diesem Jahr auch wieder Urlaubs- und Weihnachtsgeld an die Belegschaft gezahlt.
Zum Auftragsbestand im Gesamtumfang von 1,1 Milliarden Euro gehören derzeit 13 Frachter mit jeweils 2500 Containerstellplätzen für belgische, dänische und deutsche Reedereien sowie sechs Ankerziehversorgungsschiffe für die dänische Reederei Maersk. Damit ist die 1350 Mitarbeiter zählende Volkswerft bis Mitte 2010 weitgehend ausgelastet. Darüber hinaus werde derzeit über den Bau sechs weiterer Schiffe verhandelt, sagte Crede.
Die Volkswerft feiert am Samstag mit der Taufe von zwei Containerfrachtern ihr 60-jähriges Betriebsjubiläum. Erwartet wird dazu auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Insgesamt wurden seit 1948 am Strelasund 1622 Schiffe gebaut. Zum Fertigungsprogramm gehörten unter anderem Gefriertrawler, Container- und Mehrzweckfrachter, Schwimmbagger, Spezial- und Passagierschiffe.
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