Petershagen-Eggersdorf . Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka kennt seit Montagabend auch die Petershagener Angerscheune. Und sie weiß sehr wohl, wie viel Arbeit dafür noch nötig sein wird. Viel guter Wille, Tatkraft, Zeit und Geld.
Aufs Gelingen: Ministerin Johanna Wanka (2.áv.ál.) im Gesprõch mit Kristina Schulz, Olaf H÷fler und Peter Bruna (v.ál.). Die Kirche verzichtet u.áa. drei Jahre auf Pacht.
Eine Aktie wird auch ihr Ministerium daran haben, dass das etwa Anfang des 19. Jahrhunderts erbaute Gebäude in seiner äußeren Form für den alten Dorfanger erhalten bleibt und im Inneren eine neue Funktion für das musisch-kulturelle Miteinander verschiedener Generationen im Ort erhält. Dafür hat Johanna Wanka persönlich die Zusage über 15 000 Euro vom Land Brandenburg überbracht und sie betont, gerade im Denkmalschutzbereich weniger das Material als Personalkosten sprich Arbeitsplätze unterstützen zu können.
Vielleicht beschämt sie mit ihrer Rede ein wenig diejenigen, die schnell von einem privaten Verein im Sinne von privatem Interesse sprachen. Sie erinnert an sehenswerte Ergebnisse der Mitgliedskommunen in der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen in Brandenburg" und bedauert, dass landesweit erst später eine analoge Idee für die alten Dorfkerne der Mark Fuß fasste. Petershagen-Eggersdorf sei zwar nicht Mitglied jener AG historische Dörfer, doch sie habe angesichts bisheriger Aktivitäten das Gefühl, das sei fast nicht nötig. "Es braucht solche Überzeugungstäter", freut sie sich über das bürgerschaftliche Engagement und macht so Mut.
Auch Landrat Gernot Schmidt hat Geld mitgebracht. 4600 Euro, die erstmals aus dem Ko-Finanzierungsfonds des Landkreises für ein solches Denkmalschutz-Objekt gezahlt werden: "Um das Gesicht einer Landschaft erlebbar zu machen." Wie Molkenhaus und Schmettau-Pyramide oder Komturei Lietzen gehöre das zu einem Schatz, für den man nicht bis Italien fahren brauche.
Die Haltung des Landkreises mit seinem nicht ausgeglichenen Haushalt veranlasst nicht nur Gemeindevertretervorsteherin Karin Reimann zu der Aussage, dass es möglicherweise eine neue Sicht auf die Arbeit des Angerscheunenvereins um Kristina Schulz geben könne. Bürgermeister Olaf Borchardt gibt sogar eine private Spende dazu.
Die Küsterei gilt als Wiege der Schule im Dorf. Mehr als 400 Jahre ist eine solche für Petershagen nachweisbar. Seit 1574 sind die Namen der Lehrer (meist hauptberuflich Schneider) verzeichnet. Für Petershagen wurde die Schulpflicht bereits zwei Jahre vor der Königlichen Verordnung von 1715 eingeführt. In Ausübung seiner Lehrpflicht stellte der Küster, der sich auch als Bauer ernähren half, 1820 Bauantrag für einen separaten Stall (Angerscheune). Bis dahin waren Wohnhaus, Schulstube, Landwirtschaft im selben Gebäude untergebracht.
(Quelle: Heimatverein)
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