Bernau . Es war genau das passiert, was die Kritiker der "Streetparade gegen Rechts" befürchtet hatten. Nach der Demonstration am Sonnabend, zu dem der Jugendtreff Dosto und die Antifaschistische Aktion Bernau eingeladen hatten, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der linken und der rechten Szene.
Die Innenstadt Bernaus war am Sonnabend gut bewacht. Hunderte Polizisten begleiteten die "Streetparade" mit den drei bunten Wagen. Sie hielten Anhänger der rechten Szene von der Route des Zuges fern, alles verlief friedlich. Zur ersten Auseinandersetzung kam es während des anschließenden Straßenfestes. Auf der Berliner Straße flogen Flaschen, Anhänger der verschiedenen Gruppierungen gingen mit Schlagwerkzeugen aufeinander los, drei Personen wurden verletzt.
Richtig brenzlig wurde es dann, als die Demonstranten gegen 20 Uhr das Straßenfest beendeten und mit ihrem Wagen zum Jugendklub Dosto zurück fuhren. Auf dem Weg dorthin kam es erneut zu einer Konfrontation mit Anhängern der rechten Szene. Anhänger der Antifa sollen sich auf die Straße gelegt und damit die Rechten an der Weiterfahrt gehindert haben, so die Aussage der Polizei. Ein Auto sei beschädigt worden, als ein Demonstrationsteilnehmer auf die Motorhaube gesprungen sei, berichtet Einsatzleiter Hans-Jürgen Willuda. "Diese Sachbeschädigung und der gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr war der Auslöser dafür, dass Kollegen den Tatverdächtigen kurze Zeit später auf dem Gelände des Jugendklubs festnehmen wollten."
Dort kam es dann zur nächsten Auseinandersetzung, weil andere Dosto-Besucher ihren "Kollegen" aus dem Polizeigewahrsam befreien wollten. Eine Antifa-Anhängerin aus Potsdam wird daher demnächst eine Anzeige wegen "Gefangenenbefreiung" bekommen. "Wir mussten in dieser Situation zusätzliche Kräfte anfordern. Das war eine sehr problematische Lage", schildert Hans-Jürgen Willuda die Situation.
Christoph Schulz vom Dosto und Organisator der Parade, schildert die Situation gegensätzlich. "Die Polizei hat Leute von uns am Betreten des Dosto gehindert, aber gegen die rechten, die vor dem Klub standen und unsere Besucher beleidigt und attackiert haben, haben sie nichts gemacht. Die wurden nur einmal weg geschickt und waren nach zwei Stunden wieder da", sagt Schulz. "Die Polizei hat gar nicht versucht, die Situation zu entschärfen", so sein Vorwurf. Den weist Willuda strikt zurück. "Wir sind konsequent auch gegen die Anhänger der rechten Szene vorgegangen."
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