Frankfurt (Oder) . Das Haus der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt (Oder) wird infolge des Einbruchs vom vergangenen Wochenende verstärkt geschützt. Das erklärte der Frankfurter Polizeipräsident Arne Feuring gestern, als er gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt, Martin Patzelt (CDU), die Gemeinde besuchte. Einzelheiten zu den Maßnahmen gab er nicht bekannt.
Besuch bei J³discher Gemeinde: Polizeiprõsident Arne Feuring und Oberb³rgermeister Martin Patzelt werden von Wladimir Lewytzky (v.l.) begr³▀t. Foto: GMD
Feuring entschuldigte sich gegenüber dem Gemeindevorsitzenden Wladimir Lewytzky für das Verhalten von drei Beamten, die nach ersten Ermittlungen am Sonnabendvormittag davon gesprochen hatten, dass für die Tat "kein politischer Hintergrund" erkennbar sei. "Dies war nicht korrekt", so Feuring.
In der Nacht zum Sonnabend waren Unbekannte gewaltsam in das Gemeindehaus eingedrungen und hatten unter anderem einen Computer gestohlen, in dem die Angaben sämtlicher Gemeindemitglieder enthalten sind. Zwei Tag zuvor war bei der Gemeinde bereits zum vierten Mal in diesem Jahr ein anonymes Flugblatt mit antisemitischen Drohungen eingegangen. Ob eine Verbindung zwischen beiden Vorgängen besteht, ist bisher unklar.
Kriminaltechniker suchten am Dienstag - drei Tage nach dem Einbruch - weiter in dem Gebäude nach Fingerspuren. Mitglieder der Gemeinde hatten am Sonnabend der "Märkischen Oderzeitung" ihren Eindruck geschildert, dass die Polizei zunächst nicht ernsthaft genug ermittele. Feuring erklärte, dass dies nicht den Tatsachen entspreche. "Wesentliche Maßnahmen wurden bereits am Wochenende durchgeführt, wir haben getan, was wir tun konnten", versicherte er. Lediglich die Auskunft der Beamten hätte nicht diesen Eindruck vermittelt.
Oberbürgermeister Patzelt versicherte dem Gemeindevorsitzenden: "Die Stadt steht fest an ihrer Seite." Obwohl noch nicht klar sei, ob es für die Tat politische Hintergründe gebe, hätten die Täter "nicht nur Sachschaden angerichtet, sondern die Mitglieder der Gemeinde in Angst und Schrecken versetzt".
Lewytzky erwiderte: "Gebe Gott, dass wir die Schuldigen finden." Damit weitere Vorfälle verhindert werden, soll eine Alarmanlage in dem Gemeindehaus eingebaut werden. Lewytzky bedankte sich für die Unterstützung durch Polizei und Stadt. Auch Vertreter christlicher Kirchen hätten bereits ihr Mitgefühl bekundet.
Zu der Tat selbst wurden gestern keine neuen Erkenntnisse bekannt. "Wir arbeiten an der Auswertung der Spuren", erklärte Staatsanwalt Michael Neff.
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