Berlin . Die bei Protesten gegen das Gelöbnis von Bundeswehr-Rekruten am Sonntag vor dem Berliner Reichstag festgenommenen sieben Demonstranten sind wieder auf freiem Fuß. Unter ihnen befand sich auch die frühere RAF-Terroristin Inge Vieth, wie ein Polizeisprecher am Montag in Berlin sagte. Die Demonstranten waren festgenommen worden, weil sie Widerstand gegen Beamte leisteten. Sie wollten die Polizisten daran hindern, das Sirenengeheul aus einem ihrer Lautsprecherwagen zu unterbinden.
Inge Vieth gehörte Anfang der 70er Jahre der terroristischen "Bewegung 2. Juni" an, floh mehrmals aus dem Gefängnis und schloss sich 1979 der Rote Armee Fraktion (RAF) an. 1983 tauchte die Kindergärtnerin in der DDR unter, wo sie nach der deutschen Einheit 1990 enttarnt wurde. 1992 wurde Vieth zu 13 Jahren Haft wegen versuchten Mordes an einem französischen Polizisten verurteilt, aber bereits Anfang 1997 nach Verbüßung von zwei Dritteln ihrer Haft (einschließlich langer Untersuchungshaft) entlassen. Die heute 64- Jährige hat seit langem der Waffengewalt abgeschworen.
Die Gelöbnisgegner vom Bündnis "Gelöbnix - gegen Militarisierung des Alltags" sprachen von massiver Gewalt der Polizei, ihr Fahrzeug sei gestürmt worden. Dem widersprach die Polizei. Rund 200 Menschen hatten am Rande des Tiergartens protestiert.
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