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Priorsberg hat es in sich - eng und steil

Neuzelle . Seit Mitte Juli ist der östliche Teil des Priorsberges voll gesperrt. Die Straße wird in zwei Abschnitten grundhaft ausgebaut. Dazu gehört auch der Bau von Abwasser- und Regenwasserleitung. Mit den Arbeiten beauftragt ist die Firma Umwelt-, Landschafts- und Tiefbaugenossenschaft (ULT) Guben.

  Wenig Platz: Die Tiefbauer m³ssen beim grundhaften Ausbau der Straâ–€e Priorsberg in Neuzelle auf engstem Raum agieren.Foto: MOZ/Waltraut Tuchen ©

Am Ausleger des Baggers hängt ein Meißel. Wummernd saust er auf die Betonplatten nieder. Kraft seines Gewichtes zerlegt er die alte Betondecke. Sein lautstarkes Tackern beweist, dass die Tiefbauer am Priorsberg zugange sind. Inzwischen haben sie auch Arbeiten zum Neubau der Brücke über die Dorche in Angriff genommen. Sven Rogosky ist Bauleiter bei ULT und für dieses Vorhaben in Neuzelle zuständig. Auf die Frage nach den besonderen Schwierigkeiten bei diesem Bau nennt er den beengten Bauraum und die zehnprozentige Steigung, die bei Starkregen ein Problem wird. "Das ist schon eine Herausforderung, aber für uns nicht ungewöhnlich. Wir sind da auch auf das Verständnis der Anlieger angewiesen, auf die in der Bauphase ja Belastungen zukommen. Im Vorfeld wurden alle in einer Einwohnerversammlung und schriftlich informiert. Sie können uns auch direkt an der Baustelle ansprechen, wenn es Wünsche oder Sorgen gibt. Wir richten noch einen Briefkasten ein, falls uns jemand nicht erreicht. Aber bislang wurde noch kein Problem an mich herangetragen."

Dieses allerdings haben die Anwohner der Hochstraße, an der keine Bauarbeiten erfolgen. An ihren Häusern führt jedoch der Umleitungsverkehr vorbei. Sie unterschrieben inzwischen alle ein Schriftstück ans Amt. Darin weisen sie darauf hin, dass die ausgewiesene Umleitungsstrecke für große Fahrzeuge wie Lkw, Bagger oder Radlader zu eng sei, zumal, wenn sie Gegenverkehr haben. Einziger Ausweichpunkt seien private Grundstücke. Zudem sei die Umleitungsstrecke in einem katastrophalen Zustand. Sie hätte, wie Karl-Wilhelm Baum als ein Anlieger sagt, vorher zunächst ausgebessert werden müssen, ehe der stark angestiegene Straßenverkehr darüber geht. Außerdem fordern die Anlieger eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. Trotz der schlechten Straße würden manche rasen und ältere Menschen sowie Kinder - öfter seien dort Kita-Gruppen unterwegs - gefährden. Die Hochstraßen-Anwohner kritisieren nicht nur. Sie machen auch Vorschläge zur Umleitung. Ihre Anregung ist die Verkehrsführung Bergstraße, Hochstraße, Priorsberg als Einbahnstraße und nur für Pkw nutzbar. Lkw sollten nur über die Umleitung am Sportplatz fahren.

Im Amt bekam Hauptamtsleiter Martin Seefeld das Schreiben auf den Tisch und sicherte zu, dass die Problematik noch einmal beraten wird. Möglich sei das jedoch erst, wenn die zuständigen Verantwortlichen aus dem Urlaub zurück seien. Auf eine Regelung für eine 30er Zone macht er aus Erfahrung allerdings wenig Hoffnung. Der Verfahrensweg über die kreisliche Genehmigungsbehörde sei lang und er sieht auch nicht, dass dem Antrag Erfolg beschieden sein könnte. "Wenn dann beschieden wird, ist die Baumaßnahme beendet", sagt er.

Für die Tiefbauer steht als großer Brocken jetzt die Dorchebrücke an. Sie wird auf Bohrpfählen gegründet, auf die der Brückenkörper aus Beton kommt. Die Straße ist jetzt 4,50 Meter breit und so wird sie auch nach dem Neubau sein. Die Straßendecke am Priorsberg wird von der Kreuzung bis zur Brücke in Granitpflaster ausgeführt, danach als Asphalt bzw. auf dem oberen Stück in Beton. Unterhalb des Grundstückes Carolusheim wird eine Wendemöglichkeit gebaut.

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