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Containerzüge rollen jetzt auch nach Polen

. Das Frankfurter Güterverteilzentrum stößt in neue Dimensionen vor. Jetzt werden Waren, die mit Containerzügen aus den norddeutschen Überseehäfen kommen und für den polnischen Markt bestimmt sind, auf dem KV-Terminal (Kombinierter Verkehr) nicht mehr nur in Lastwagen umgeladen, sondern auf Züge, die Richtung Osten rollen.

  Umschlag: Mit dem Kalmar-Kran werden die Container vom Zug gehoben. Die Fracht wird vom Frankfurter Terminal mit Lastwagen oder neuerdings weiter auf der Schiene zu den Bestimmungsorten gebracht. ©

Dreimal wöchentlich bieten die Willy Petersen Spedition aus Hamburg und die holländische Schavemaker Cargo über ihr neu gegründetes Unternehmen SP-Intermodal den Verkehr zwischen Frankfurt und Katy Wroclawskie an. Die Kunden in der Sonderwirtschaftszone nahe Wrozlaw haben damit eine Bahnverbindung zu den Seehäfen in Bremen, Bremerhafen und Hamburg. Mit dem neuen Angebot baut die Petersen-Spedition ihr Engagement am Terminal in der Georg-Richter-Straße, wo sie seit 2005 aktiv ist, aus. Das ist jedoch nicht alles, was an Güterverkehr vom Frankfurter Umschlagplatz auf der Schiene Richtung Polen rollt. Brzeg Dolny nahe Wroclaw ist ein weiteres Ziel im Nachbarland. Dorthin fahren ebenfalls drei Züge in der Woche. Das sei die derzeitige maximale Kapazität, so Carmen-Sybille Rehse. Die Mitarbeiterin des Investorcenters Ostbrandenburg, welches das stadteigene Terminal vermarktet, hebt den Vorteil des neuen Angebots hervor: "Die Kunden beider Speditionen können effizienter und umweltfreundlicher bedient werden. Gleichzeitig werden Standgebühren für Container im Überseehafen eingespart." Hintergrund: Wegen der stark gestiegenen Abstellgebühren in den Seehäfen wollen die Spediteure die Waren schnell ins "Hinterland" bringen. Erst dort abfertigen zu lassen, zahlt sich für die Unternehmen aus. Umschlagplätze wie Frankfurt haben so einen Wettbewerbsvorteil. Wie das am KV-Terminal tatsächlich angenommen wird, bleibt noch abzuwarten.

Die derzeitige Auslastung der vor sieben Jahren fertiggestellten Anlage bezeichnet Carmen-Sybille Rehse als sehr gut. Zwölf Züge werden hier jetzt wöchentlich abgefertigt, doppelt so viel wie 2005, als damit begonnen wurde, die Fracht von den Zügen auf Lastwagen umzuladen - und umgekehrt. Ab vier Uhr morgens werden die 600 Meter langen Ganzzüge entladen, die am Abend das Terminal wieder beladen verlassen - und fast immer voll sind, wie die Managerin anmerkt. In den sechs und zwölf Meter langen Containern stecken Importfracht für Produktionsstandorte in Westpolen sowie Exporte der brandenburgischen Wirtschaft - Papier aus Schwedt, Reifen aus Fürstenwalde und Gurken aus dem Spreewald. Der Umschlag wächst stetig. Ende Juli seien, so Carmen-Sybille Rehse, bereits 90 Prozent des Vorjahresaufkommens erreicht gewesen.

Weil weitere Steigerungen des Kombinierten Verkehrs erwartet werden, will die Stadt das Terminal ausbauen. Dazu soll ein Logistikcenter errichtet werden. Ziel ist außerdem, die östliche Anbindung schneller zu machen. Der Anschluss an den Personenbahnhof derzeit ist wegen des notwendigen mehrmaligen Rangierens zu aufwendig. Die Planungen für den Terminal-Ausbau sind nach Angaben des Investorcenters zwar fortgeschritten, die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über den Flächenkauf allerdings noch nicht abgeschlossen.

Bei aller Steigerung rechnet sich das Güterverteilzentrum für die Stadt noch nicht. Den Betriebskosten von knapp 39 000 Euro standen im Vorjahr Erlöse, zu denen auch das Entgelt des Betreibers BTS Kombiwagon zählt, von 20 000 Euro gegenüber. In diesem Jahr, so die Schätzung, kann der kommunale Zuschuss auf 10 000 Euro fast halbiert werden. Ob und wann die Stadt schwarze Zahlen schreiben kann, ist unklar. Zumindest sorgt das Terminal für Arbeitsplätze. So beschäftige die Petersen-Spedition mittlerweile 30 Mitarbeiter, 13 mehr als noch im Frühjahr, rechnet Carmen-Sybille Rehse vor.

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