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28.05.2010 06:51 Uhr - Aktualisiert 28.05.2010 12:18 Uhr

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Scheitel des Hochwassers kommt heute

Frankfurt (Oder) (DPA) Der Höhepunkt der Oderflut hat Deutschland so gut wie erreicht. Wie ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums in Frankfurt (Oder) mitteilte, stand das Wasser am ersten Pegel hinter der polnischen Grenze, in Ratzdorf, am frühen Morgen bei 6,30 Meter. Es stieg aber nur noch langsam. Bei der verheerenden Flut 1997 waren in Ratzdorf 6,91 Meter gemessen worden.

  Ein ürsprünglich auf einer Wiese stehender über zwei Meter hoher Grenzpfeiler ragt in Lebus aus dem Wasser. © dpa

In Frankfurt (Oder) werde der Flutscheitel erst am Abend erwartet, sagte der Sprecher. Am Morgen wurden hier 5,89 Meter gemeldet. Der Richtwert für die höchste Alarmstufe 4 liegt bei 6,00 Metern. Sie werde voraussichtlich noch am Freitagmorgen ausgerufen, sagte Stadt- Sprecher Sven Henrik Häseker. Dann droht die Überflutung von Deichen und Dämmen. Eine Entscheidung des zuständigen Katastrophenstabs stand am Morgen aber noch aus.    In der zwei Meter tiefer liegenden polnischen Nachbarstadt Slubice wurden bereits zwei Ortsteile evakuiert. Nach Angaben des Hochwassermeldezentrums fallen die Pegelstände des Flusses rund 60 bis 70 Kilometer flussaufwärts aber bereits wieder.

Zwar standen am Donnerstagabend der Uferbereich im Eisenhüttenstädter Fürstenberg sowie einige Seegrundstücke in der Gemeinde Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) unter Wasser, dies sei aber „völlig normal“, sagte Landrat Manfred Zalenga (parteilos). Kritische Abschnitte entlang der Oder wurden am Donnerstag mit tausenden Sandsäcken vor dem andrängenden Wasser geschützt.    15 000 Säcke verbauten die Helfer allein an einem bislang unsanierten Deichabschnitt in der Neuzeller Niederung. Bisher hielten alle Wälle stand. Im Landkreis Oder-Spree gilt schon seit geraumer Zeit die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4.    Auf deutscher Seite herrscht Zuversicht. „Alle Vorkehrungen sind getroffen, damit Menschenleben, Hab und Gut geschützt werden“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), am Abend. Die derzeitige Lage an der Oder sei ernst. „Wir stehen zwar derselben Gefahr gegenüber wie 1997, haben aber das Gefühl, besser gewappnet zu sein.“

Es wird erwartet, dass sich das maximale Hochwasser zwei bis drei, eventuell auch vier Tage hält. Nach 1997 wurden rund 90 Prozent der rund 170 Kilometer Oderdeiche in Brandenburg saniert. Am Freitag wollen Platzeck und Umweltministerin Anita Tack (Linke) an einer Sitzung des Katastrophenschutzstabes im Landkreis Märkisch-Oderland in Seelow teilnehmen. Am frühen Nachmittag wird dann in ihrem Beisein ein Polder - eine Auslauffläche für Hochwasser - im Nationalpark Unteres Odertal geflutet.

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