Treppeln . In mehreren Kindertagesstätten der Region haben in diesen Wochen Ritter und Burgfräulein das Sagen. Auch in der Treppelner Kita erfüllen die Mädchen und Jungen das Ferienprojekt "Das Leben der Ritter" zurzeit mit Leben.
Wild entschlossen: Ritter und Burgfrõulein wollen die zwei Entf³hrten befreien. Die Treppelner Kita-Kinder mit viel Spa▀ bei ihrem Ritter-Projekt.Foto: MOZ/Waltraut Tuchen
Eigentlich ist es die Kita "Villa Kunterbunt". Aber an diesem Tag prangt in großen Buchstaben "Petersburg" am Zaun. Doch die Burg ist verwaist, ihre Bewohner sind unterwegs in wichtiger Mission: Die Burgfräulein Kunigunde und Brunhilde müssen aus den Fängen eines Gauklers befreit werden, der sie irgendwo im Wald bei Treppeln gefangen hält.
Auf der Straße fällt die bunt gekleidete Schar schon von weitem auf: Die Jungs in fantasievoll gebastelten Ritterrüstungen, wo schon mal ein umgestülpter Plasteblumentopf als Ritterhelm dient. Die Mädchen, lang gewandet in "Samt und Seide", gefielen sich mit ihren kegelförmigen Hüten, umweht von einem Schleier. Auf dem Weg von der Kita, Verzeihung, von der Petersburg, musste die muntere Truppe gar manche Aufgabe erfüllen, um schließlich bis an die Stelle zu kommen, wo sich ihnen der Gaukler Theodor - in den sich Kita-Leiterin Petra Schulz verkleidet hatte - in den Weg stellte. Denn der hatte die beiden Burgfräulein entführt und wollte sie gar nicht so gern herausgeben. Doch die Ritter waren furchtlos. Allerdings setzte ihnen der Gaukler auch gar nicht viel Widerstand entgegen, so dass sie die beiden Burgfräulein, die im Gras hockten, schnell befreien konnten. Anschließend ließen sich alle zu einem zünftigen Rittergelage nieder, bei dem es "Brot und Wein" gab. Das Brot war ein richtig frisches, das allerdings gar nicht so einfach nur mit Fingern zu brechen war. Und der Wein war natürlich nur Kirschsaft. Alle Kinder griffen beherzt zu, denn der Weg bis an den Waldrand hatte durstig und hungrig gemacht. Dazu noch die verschieden zu lösenden Aufgaben, bei denen die Kinder beweisen mussten, was sie bei diesem Projekt über das Mittelalter schon alles gelernt hatten. Ritter Mark war bereits des Lesens kundig und sagte der mutigen Truppe, was denn als nächstes zu erraten ist. Eigentlich ist Mark gar kein Kindergartenkind mehr, sondern schon in die 3. Klasse versetzt worden. Da er aber öfter gern noch mal in seine ehemalige Kita kommt, wollte er auch dieses Mal als Gastkind dabei sein und hatte mit all den anderen viel Spaß.
Die Geschichte, um die sich an diesem Tag alles drehte, hatte sich Erzieherin Nadine Riedel ausgedacht. Und dafür wurde dann in der Kita und zu Hause mit Unterstützung von Mutti und Vati eifrig an den Kostümen gebastelt, Schilder und Schwerter aus Holz und Pappe oder wallende Gewänder zusammengestellt.
Doch der Tag, an dem die beiden Burgfräulein gerettet wurden, war nur ein Teil des über mehrere Wochen dauernden Beschäftigungsprojektes. Zum Auftakt dieser Unternehmung waren die Kita-Kinder auch auf der Burg Beeskow, was sie sehr spannend fanden. Und zum Abschluss werde es auch noch ein großes Burgfest geben. Die tollen Kostüme werden also alle noch einmal gebraucht.
Und mit noch einer Burg wurden die Kinder an diesem aufregenden Tag auf Ritters Spuren überrascht. Als sie von ihrem abenteuerlichen Ausflug in den Wald zur "Petersburg" zurück kamen, stand da zu ihrer aller Freude wie von Zauberhand aufgebaut eine Hüpfburg, auf der sie den ganzen Tag noch tobten.
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