Bad Saarow (moz) Die stolze Zahl von fünf Grußworten war angekündigt für die Feierstunde in der Bad Saarower Landesrettungsschule, wo sonst Rettungsassistenten ausgebildet werden. Das Redner-Quintett beschäftigte sich dann vor allem mit einer Person – mit Dr. Siegfried Lederer, jenem Mann, der vor 20 Jahren dazu beigetragen hatte, dass Bad Saarow zum Standort eines Rettungshubschraubers wurde, und der als ärztlicher Leiter zum Gesicht der Helfer mit dem Hubschrauber wurde.
Karl-Heinz Grütte vom brandenburgischen Gesundheitsministerium verlas einen Brief von Ministerin Anita Tack, die Dr. Lederer „im Namen von Tausenden, denen Sie Leben und Gesundheit gerettet haben“, dankte. Der stellvertretende Scharmützelsee-Amtsdirektor Siegfried Freyer schloss sich an. „Kaum ein Bürger unserer Region kennt Sie nicht, und alle ziehen den Hut vor Ihrer Leistung“, sagte er und überreichte Dr. Lederer die Ehrennadel des Amtes. Die neue Klinikums-Geschäftsführerin, Corinna Glenz, dankte dem Scheidenden, dass sie schon kurz nach ihrem Start Anfang des Jahres im Hubschrauber mitfliegen durfte.
Der so Gepriesene ergriff dann selber das Wort und erzählte von der Anfangszeit der Luftrettung. Losgegangen war es in den letzten Monaten der DDR, als 1990 erste Testflüge stattfanden. In die Luft ging ein MI-8-S, ein mehr als 25 Meter langer Salonhubschrauber, gebaut in der Sowjetunion und genutzt zuvor von der NVA. An Bord in Bad Saarow war schon damals Dr. Siegfried Lederer. Wenn der 65-Jährige am Sonnabend zum letzten Mal im Dienst ist, fliegt er mit einem EC 135. Dieses Modell, seit vergangenem Jahr im Einsatz, ist nicht einmal halb so lang wie der alte Salonhubschrauber. Im Innern findet der Notarzt eine vollständige intensivmedizinische Ausstattung vor.
Die DRF Luftrettung, die im Jahr 2000 die Bundeswehr als Betreiber der Station abgelöst hatte, legte am Freitag ein Zahlenwerk vor. 1358 Mal war der Hubschrauber 2009 im Einsatz – Rekord. Doch auch dieser Wert könnte bald getoppt werden. „Christoph 49“, so der Funk-Name der Maschine, wurde allein im Mai 168 mal gerufen. Zu durchschnittlich 90 Prozent liegt dann ein Notfall vor, der Rest sind Transporte von Intensivpatienten zwischen zwei Kliniken. Einsatzorte im Umkreis von 60 Kilometern erreicht der Hubschrauber spätestens 15 Minuten nach dem Notruf.
Dr. Lederers Nachfolger als ärztlicher Leiter ist Dr. Henning Blaich, seit sieben Jahren in Bad Saarow tätig. Bei all den Lobeshymnen auf seinen Vorgänger wollte er nicht fehlen. „Was Dr. Lederer aufgebaut hat, ist etwas besonderes. Von ihm zu lernen, war eine gute Erfahrung für mich“, sagte der Neue. 41 Jahre ist er erst alt. Er könnte die Amtszeit seines Vorgängers also eines Tages sogar überbieten.
Tag der offenen Tür der DRF Luftrettung, Sonnabend, 10 bis 17 Uhr
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