Goyatz (moz) Der Bürgerbus Lieberose/Oberspreewald ist am Freitag in Anwesenheit zahlreicher Kommunalpolitiker, ehrenamtlicher Fahrer und Gäste in Goyatz der Öffentlichkeit übergeben worden. Am Dienstag wird der Bus erstmals im Liniendienst eingesetzt.
„Ich habe noch nie ein Bürgerbusprojekt begleitet, dass so engagiert und professionell realisiert worden ist.“ Petra-Juliane Wagner, die beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) für die alternativen ÖPNV-Angebote zuständig ist, zeigte sich am Freitag anlässlich der Übergabe des neuen Bürgerbusses in Goyatz beeindruckt von der Schnelligkeit, mit der das Projekt durchgezogen wurde. Wie der Geschäftsführer der mit der Projektplanung beauftragten Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald (TEG), Heiko Jahn, betonte, liegen zwischen der ersten Idee und der Realisierung gerade mal zehn Monate. Für den Direktor des Amtes Lieberose/Oberspreewald, Bernd Boschan, ist das Bürgerbusprojekt ein „ermutigendes Signal“, das von den Bürgern ausgeht: „Alle Akteure haben bewiesen, dass sie gemeinsam Lösungen finden und konstruktiv zusammenarbeiten.“ Der Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, Stefan Loge, erklärte, der Bürgerbus biete neben der Verbesserung des ÖPNV-Verkehrs in einem dünn besiedelten Raum auch die Möglichkeit, soziale Netzwerke zu knüpfen und zu stärken. Er dankte den ehrenamtlichen Fahren für deren Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Zwölf Fahrer stehen aktuell zu Verfügung. „Wir können aber noch weitere Mitglieder in unserem Bürgerbusverein und vor allem weitere Fahrer gebrauchen“, so Jahn.
Der Bürgerbus verkehrt auf zwei Strecken. Linie 511 führt von Goyatz aus in den Spreewald, Linie 519 verkehrt auf der Strecke Goyatz, Jessern, Speichrow, Trebitz, Ullersdorf, Jamlitz, Lieberose, Lamsfeld und zurück nach Goyatz. Laut Lieberoses Bürgermeister Manfred Lischeski gebe es bereits Anfragen, die Linie auf Doberburg auszudehnen. Boschan versicherte, er werde sich dafür einsetzen, dass der Bus auch in den Orten des Nachbarkreises Oder-Spree, Pieskow und Schadow, anhält, um Fahrgäste zu befördern.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen zwei Jahre alten Vorführwagen mit acht Sitzplätzen. Das brandenburgische Verkehrsministerium finanziert den 34 000 Euro teuren Bus, der Kreis übernimmt die Kosten für Treibstoff und Reparaturen. Fahrgäste zahlen den gültigen Tarif der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS).
Schon einmal hinter dem Steuer probegesessen hat Gudrun Kanzler. Die Lieberoserin hat sich als ehrenamtliche Fahrerin bereit erklärt, die Bürger zu befördern: „Autofahren macht mir Spaß, und ich habe eh nach etwas gesucht, wo ich mich engagieren kann.“ Am Dienstag wird sie als erste Fahrerin den Linienverkehr eröffnen.
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