Bernau/Eberswalde (moz) Von Kai-Uwe Krakau
Im Ausschreibungsverfahren für die Besetzung der Leitung des Jugendamtes Barnim wurde, anders als zugesagt, kein externer Sachverstand genutzt. Dies erklärte gestern Kreissprecherin Marianne Schlestein auf Anfrage der Märkischen Oderzeitung.
„Wir haben bei drei Personaldienstleistungsunternehmen nachgefragt. Alle drei lehnten den Auftrag jedoch wegen geringer Erfolgsaussichten ab“, sagte die Sprecherin. Nach ihren Angaben war die Stelle in der Märkischen Oderzeitung, einer Berliner Tageszeitung, dem kreiseigenen Internetportal barnim.de sowie bei stepstone.de und stellenblatt.de ausgeschrieben.
In dem Text wurden hohe fachliche und charakterliche Anforderungen an die potenziellen Bewerber gestellt – diese werden durchaus von vielen Fachkräften erfüllt. Die Headhunter dürften jedoch spätestens beim Blick auf die Bezahlung kapituliert haben. „Dafür bekommt man keinen Profi“, hieß es gestern bei einem Berliner Personaldienstleistungsunternehmen. Die Stelle ist derzeit in die EG 13 TVöD eingruppiert.
Das Problem hatten offenbar auch bereits im März die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU im Kreistag Barnim, Petra Bierwirth und Danko Jur, erkannt. Nachdem die Rechtswissenschaftlerin Sabine Grochla die Probezeit nicht überstanden hatte, schrieben sie in einer gemeinsamen Presseerklärung: „Wir werden uns im Kreistag Barnim darüber unterhalten müssen, warum es uns bei zwei Besetzungsverfahren nicht gelungen ist, tatsächlich geeignete Kandidaten zu finden“.
Bierwirth und Jur verwiesen auch darauf, dass zahlreiche gute Bewerber mit Blick auf die Bezahlung im öffentlichen Dienst von einer Zusage abgesehen und eine Anstellung bei Trägern der Jugendhilfe vorgezogen haben. Auch dieser Aspekt müsse beim dritten Anlauf der Neubesetzung berücksichtigt werden, hieß es abschließend in der Erklärung.
Dies ist offenbar nicht geschehen bzw. hat nicht zu den notwendigen Schlussfolgerungen geführt. „Man kann nicht immer nur sparen. Irgendwann geht das auf Kosten der Arbeit. In einem so sensiblen Bereich wie dem Jugendamt ist das unverantwortlich“, sagte gestern ein Kreistagsabgeordneter. Bereits bei den vorangegangenen Ausschreibungen war ein Umdenken gefordert worden. Wenn man für das Geld keinen geeigneten Bewerber bekomme, müsse eben mehr Gehalt gezahlt werden, hieß es. Das hatte die Verwaltung jedoch abgelehnt.
Die Stelle, die nun mit Yvonne Dankert besetzt wurde, ist vorerst auf zwei Jahre befristet.
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