Felchow (moz) Viel wurde in den vergangenen Jahren am alten Felchower Gutshaus herumgebastelt. Doch während das Erdgeschoss bereits in freundlichen Farben erstrahlt, lässt das Gebäude ab dem ersten Stock noch nichts von der einstigen Pracht erkennen. Schimmel in den Wänden, morsches Holz in den Decken und jede Menge Bauschutt malen ein trübes Bild des einst herrschaftlichen Anwesens.
Ab dem kommenden Monat können sich die Felchower nun zumindest auf ein neues und vor allem dichtes Dach freuen. „Damit ist das Gebäude wieder sicher. Danach werden noch neue Fenster im Obergeschoss eingebaut, damit die Bausubstanz nachhaltig gerettet wird“, so der Schöneberger Bürgermeister Manfred Schroeder. Nach altem Vorbild wurden bereits zahlreiche Balken und Deckenträger ausgetauscht und durch eine neue Konstruktion und ein Pappdach ersetzt.
Doch auch wenn das Haus demnächst gegen die äußeren Einflüsse geschützt ist, zurücklehnen kann sich die Gemeinde hinsichtlich ihres heruntergewirtschafteten Schmuckstücks noch lange nicht. „Da wartet noch eine Menge Arbeit auf uns. Jetzt haben wir allerdings etwas Luft und können unser Geld auch wieder in andere Projekte stecken. Es gibt schließlich noch weitere Ortsteile, die Zuwendungen benötigen“, so Schroeder. Allein die Arbeiten am Dachstuhl haben rund 300 000 Euro verschlungen. Etwa zwei Drittel kommen dabei aus Fördertöpfen, der Rest aus der Gemeindekasse.
Doch für den Bürgermeister war immer klar, ein solches Gebäude kann man nicht einfach dem Verfall preisgeben. Schließlich hat das Haus nicht nur eine herrschaftliche Vergangenheit, sondern auch eine bewegte jüngere Geschichte. Nach dem Krieg wurde es zu einer Notunterkunft für viele, die alles verloren hatten. Später dann zog die Bäuerliche Handelsgesellschaft in die Räume. Danach stand das Gebäude leer und spätestens nach der Wende ging es dann erst einmal rapide bergab mit dem einst so prachtvollen Bau. Nachdem der Verkauf an eine Stiftung – die damals ein Mädchenpensionat errichten wollte – Anfang der Neunziger scheiterte, setzten Wind und Wetter den alten Mauern zu. Später entschied sich schließlich die Gemeinde, sich um das heruntergekommene Kleinod zu kümmern. „Dennoch wünsche ich mir, dass wir vielleicht noch einen Abnehmer finden. Eigentlich ist das Gebäude viel zu groß für so einen kleinen Ort“, so Schroeder. Bis dahin ist allerdings weiter die Gemeinde verantwortlich.
Für die Zukunft wünscht sich der Bürgermeister – neben einem Interessenten – dass dann nicht nur die oberen Räume in altem Glanz erstrahlen, sondern auch die Außenfassade neu gestaltet und der fehlende Turm ersetzt wird. „Das wäre natürlich schön. Aber wann es so weit ist, steht alles noch in den Sternen.“
Vor wenigen Wochen wurde wenigstens bereits der historische Laubengang fertiggestellt. „Die Bepflanzung folgt im Herbst“, so Schroeder. Ab Ende August können dann auch wieder die unteren Räume für Festlichkeiten genutzt werden.
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