Angermünde (moz) Der Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ ist der Stadt Angermünde so gut wie sicher. Der Landesfachbeirat für Kur- und Erholungswesen hat dem Wirtschaftsministerium eine entsprechende Empfehlung gegeben. Damit dürfte im Herbst ein sechsjähriger Titelkampf zu Ende gehen. Tourismusverein und Rathaus jubeln. Sie erhoffen sich mehr Besucher, wirtschaftliche Resonanzen und möglicherweise Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung. Durch die Anerkennung sind auch zusätzliche Förderungen möglich. Am 13. Dezember will der Wirtschaftsminister die Urkunde übergeben.
Noch sind die Schilder nicht angefertigt. Aber wenn das Wirtschaftsministerium den lang ersehnten Titel verleiht, dürfte das nur noch eine Frage der Zeit sein. Angermünde schmückt sich dann mit dem Beinamen eines staatlich anerkannten Erholungsortes. Und erhofft sich starke Auswirkungen auf den Fremdenverkehr. Denn in Deutschland vertrauen Reisende und Urlauber auf solche offiziellen Prädikate.
Der Landesfachbeirat für Kur- und Erholungswesen hat dem Wirtschaftsministerium eine einstimmige Empfehlung gegeben. Ein entsprechendes Schreiben ging am 22. Juli in Angermünde ein. Im Rathaus herrscht Jubelstimmung. Denn bisher hat sich der Wirtschaftsminister als letzte Instanz stets der Empfehlung des Gremiums angeschlossen.
„Wir leben dort, wo andere Urlaub machen“, wiederholt Bürgermeister Wolfgang Krakow einen inzwischen vielzitierten Satz. Damit zeige man nicht nur Gästen, wo es schön ist und wo man umsorgt wird, sondern steigere auch das Image der Stadt nach allen Seiten.
Am Ende stehen hinter der Anerkennung auch Arbeitsplätze. Die erhofft man sich durch einen Ausbau der Tourismusbranche und durch neue Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Aufbau Ost. Damit könnten künftig private Investoren beim Aufbau gastronomischer oder touristischer Angebote unterstützt werden. Aber auch die Kommune kann Anträge stellen.
„Es ist ein Gewinn für die gesamte Stadt“, betont Wolfgang Krakow. „Auch für die Ortsteile.“ Außer Wolletz und Altkünkendorf gehören sie zwar nicht unmittelbar in den Erholungsbereich. Das dürfte den zu erwartenden wachsenden Besucherstrom allerdings nicht stören. Denn alle Ausflugsziele und Unterkünfte werden ohnehin gemeinsam beworben.
Eine Aussicht auf wachsende Übernachtungszahlen hat die Stadt jetzt schon. „Wir hatten an einem Tag 190 Gästeanfragen“, berichtet Johanna Henschel von der Touristinformation. Es ist alles ausgebucht. Daher kam der Fachbeirat auch zu der Einschätzung, dass in der Innenstadt Übernachtungsmöglichkeiten fehlen. Es betrifft vor allem Gästebetten für Fahrradtouristen, die hier Station machen wollen. Ebenso Familien mit kleinen Kindern suchen nach gut ausgestatteten Ferienzimmern.
Was ebenso fehlt, sind Zeltplätze und Abstellmöglichkeiten für Wohnmobile. Die Stadt würde zwar einen Zeltplatz unterstützen, jedoch müsse erst ein Investor gefunden werden, erklärt Bürgermeister Wolfgang Krakow. „Wir werden einem Betreiber den rosa Kokosläufer ausbreiten.“
Für den Tourismusverein geht nun eine Vision in Erfüllung, die im September 2004 begann. „Die Bürger der Stadt partizipieren von einem Erholungsort“, so Vorsitzender Roy Weiss. „Wir gehen davon aus, dass neue Arbeitsplätze entstehen. Und zwar nicht nur als Billigjobs.“ Er denkt dabei an neue Restaurants im Zentrum, an Bootsverleih, Mini-Golf und Herbergen.
Zwingende Auflagen hat der Fachbeirat nicht an seine Empfehlung geknüpft. Man gab aber einige Hinweise weiter. So müsse der Anschluss an das Reservierungssystem des Landes realisiert werden. Zudem sollte der Tourismusverein in den kommenden Jahren finanziell in die Lage versetzt werden, seine Leistungen zu erbringen. Dazu gab es bereits einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung für die nächsten fünf Jahre. Außerdem soll das Entwicklungskonzept des Erholungsortes fortgesetzt werden.

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