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Ernte beginnt auf dem Hof

Schönfeld (moz) Von Eva-Martina Weyer

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  © MOZ

Die Agrar GmbH Schönfeld steckt mitten in der Weizenernte. Kurz nach zehn, wenn der Tau weg ist, fahren die Mähdrescher vom Hof. Bis in die Nacht werden sie unterwegs sein. Damit es auf dem Feld wie am Schnürchen klappt, haben die rückwärtigen Dienste alle Hände voll zu tun. Die Ernte beginnt auf dem Hof.

Schlosser Ralf Langner repariert Kleinteile und füllt Motoröl ab. Die Fahrer selbst machen ihre Mähdrescher einsatzfertig. Hans Bieseke zum Beispiel kennt seine Maschine aus dem Effeff. „Der hört schon an den Geräuschen, dass etwas kaputt gehen könnte und baut vor“, lobt Walter Landsmann. Er betreibt seit acht Jahren gemeinsam mit seinem Sohn Thomas die Schönfelder Agrar GmbH.

Jetzt in der Erntezeit sind 
18 Angestellte und Saisonarbeiter im Betrieb beschäftigt. 
Thomas Landsmann fährt täglich selbst auf dem Mähdrescher. Er und seine Leute bekommen jeden Abend eine warme Mahlzeit aufs Feld. Gestern wurden 16 Essen geliefert – auch für die Leute auf dem Hof. Sie schruppen ebenfalls Überstunden.

Die Rapsernte ist gerade vorbei. Die Schönfelder haben ihn auf 600 Hektar angebaut und eine mittlere Ernte erzielt. „Aber der Preis, der dafür gezahlt wurde, hat uns mächtig geholfen“, sagt 
Walter Landsmann zufrieden. Sein Raps ist längst in den Ölmühlen gelandet, aufgekauft von der DHG Casekow und dem Landhandel ATR Ratzeburg in Schleswig-Holstein.

Jetzt sind die 240 Hektar Weizen dran. Vier Mähdrescher sind täglich auf dem Feld. „Gleich dort werden die Schlepper befüllt. Es gibt keinen Stillstand. Der Mähdrescher darf nicht warten“, sagt Walter Landsmann.

Die Fahrer sind sauer wegen der Straßenbauarbeiten bei Petershagen. Nun können sie dort 1500 Tonnen Weizen nicht einlagern und müssen Umwege nach Geesow fahren – 32 Kilometer statt fünf.

Einige Schlepper laden ihre Fracht in der großen Hofscheune von Schönfeld ab. Dort lagert der erste Weizen der Saison. Ganz zufrieden mit der Qualität ist Thomas Landsmann nicht. „Zu spelzig“, urteilt er und zerreibt Ährenreste zwischen den Fingern. „Wir haben 20 bis 25 Prozent wetterbedingte Einbußen. Die große Hitzewelle kam zehn Tage zu früh. Die Spitzen der Ähren konnten sich nicht voll entwickeln.“

In die große Scheune passen 1500 Tonnen Getreide. Sie ist nur eine Zwischenstation. Heute ab 
6 Uhr erwartet die Agrar GmbH 20 Lkw. Sie laden sich den Weizen auf – 25 Tonnen pro Laster.

Der Weizen ist verkauft. Dabei ist der Preis täglich großen Schwankungen zwischen 170 und 210 Euro pro Tonne unterworfen. Alles, was heute rausgeht, konnten Landsmanns für 187 Euro
pro Tonne verkaufen. „Noch zehn Tage dreschen. Dann gibt es Erntebier“, kündigt Walter Landsmann an. Verpusten geht nicht. Noch vor dem 1. September muss die Rapssaat in den Boden.

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