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Janet Neiser 14.08.2010 08:00 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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Abrissliste für 2011 fällt kürzer aus

Eisenhüttenstadt (moz) Während das Land den Wohnungsneubau wieder fördern will, wird in Eisenhüttenstadt weiter abgerissen. Die Leerstandsquote bei der Gebäudewirtschaft (GeWi) ist mit 17,6 Prozent noch zu hoch – auch wenn sie erstmals unter 20 Prozent liegt. Bei der Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) beträgt der Leerstand 5,4 Prozent.Die EWG beendet ihren großflächigen Abriss in der Tunnelstraße, wo der letzte Block schon 2010 und nicht erst 2011 fällt. Die Wohnungszahl der GeWi, die 2010 mehr als 500 Wohnungen abreißen ließ, wird weiter schrumpfen – aber langsamer. 2011 verschwinden nur 103 Wohneinheiten.

„Das Land hat uns gefragt, ob es nicht möglich sei, dass wir den Abriss vorziehen“, erklärt Verena Rühr-Bach, die Vorstandsvorsitzende der EWG. Nicht alle Mittel aus dem landesweiten Abriss-Topf seien verbraucht worden. Also entschied sich die EWG, die eigenen Plattenbauten in der Tunnelstraße im Wohnkomplex VI früher als geplant zurückzubauen – zumal es die Blöcke der GeWi aus dem früheren Karree schon gar nicht mehr gibt. Statt 2011 rückt der Abrissbagger nun schon im vierten Quartal 2010 an. Die Kosten werden sich voraussichtlich auf 800 000 Euro belaufen und durch die Landeszuschüsse gedeckt. 50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche kommen aus dem Fördertopf des Landes – nicht nur bei Abrissmaßnahmen der EWG, sondern auch bei denen der GeWi. Beispielsweise für das Umzugsmanagement müssen die Wohnungsunternehmen selbst aufkommen.

217 Wohnungen wird Eisenhüttenstadt mit Beendigung der Maßnahme weniger haben. Laut Verena Rühr-Bach wohnen noch 32 Mietparteien in der Tunnelstraße. Zwei davon sind noch nicht mit neuem Wohnraum versorgt worden. „Mit großflächigen Abrissmaßnahmen ist dann erst einmal Schluss“, sagt die EWG-Chefin. Ganze Blöcke fallen 2011 keine mehr. Es werde höchstens teilweise zurückgebaut – so wie An der Schleuse, wo im Zuge der Sanierung 2010 vier Wohneinheiten wegfielen. Wie es in Zukunft weitergeht, hänge auch von der Einwohnerentwicklung ab.

Bei der Gebäudewirtschaft werden im nächsten Jahr 103 Wohnungen abgerissen. Betroffen sind fünf Blöcke in der Saarlouiser Straße. „Aufgrund des konsequenten Leerzugs wird die GeWi zusätzlich zum Plan prüfen, ob bereits Objekte des Abrissjahres 2012 vorzeitig auch schon 2011 abgebrochen werden können“, teilt GeWi-Geschäftsführerin Simone Irmer mit. Die Mieter des Abrissjahres 2011 seien bereits alle mit neuem Wohnraum versorgt. Bis 2013 müssten im Zuge der Abrissvorhaben noch zirka 195 Mietparteien umgesetzt werden. Vor zwei Jahren seien es noch 700 gewesen, sagt Simone Irmer. Allein im kommenden Jahr plant die GeWi 1,3 Millionen Euro für das Umzugsmanagement ein. Dieses Geld fehle dann für die Instandsetzung.

Stadtumbau besteht aber nicht nur aus Abriss, sondern auch aus Sanierung. Baubeginn für den fünften Sanierungsabschnitt der GeWi ist voraussichtlich im kommenden September. 165 Wohnungen in der Saarlouiser Straße, der Rosen- und der Robert-Koch-Straße sollen davon profitieren. Die Finanzierung sei aber noch nicht zu 100 Prozent gesichert, heißt es aus dem Unternehmen. „Wegen des hohen Vermietungsgrades wird vorrangig nur eine Standardsanierung ohne Grundrissänderung und Aufzugs­einbau realisiert“, sagt Simone Irmer. Die Mieter müssten nicht umziehen. Dort, wo es möglich ist, werden Balkone installiert. Die Baukosten betragen nach ersten Schätzungen 4,8 Millionen Euro.

Bei der EWG konzentriert man sich vor allem auf den ersten Bauabschnitt im Wohnpark An der Schleuse 42–49. Die Fertigstellung des 4,8-Millionen-Euro Projektes soll Ende 2010 erfolgen.

Gebäudewirtschaft

l Saarlouiser Str. 74–82 (40 Wohneinheiten = WE)

l Saarlouiser Str. 98–104 (35 WE)

l Saarlouiser Str. 60, 62 (12 WE)

l Saarlouiser Str. 61

(4 WE)

l Saarlouiser Str. 94, 96 (12 WE)

Abriss erfolgt bis spätestens 30.3.2011

Wohnungsbau-

genossenschaft

Tunnelstraße 1–9, 14–20, 36–41 (217 WE)

Abriss im IV. Quartal 2010

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