Samstag, 11. Februar 2012

Frankfurt
bedeckt
-11°C/-8°C

Brigitte Horn 20.08.2010 08:36 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

details/dg/0/

Gutsparkgeheimnisse gelüftet

(moz) Sydower Fließ ( MOZ) Eine Reise wert ist die Gemeinde Sydower Fließ. Zumindest ließ der dienstliche Ausflug einiger Mitarbeiter der Amtsverwaltung Biesenthal-Barnim in die Gemeinde Sydower Fließ diesen Eindruck entstehen. Eingeladen zu der „Dienstreise“ hatte der amtierende Bürgermeister von Sydower Fließ, Klaus-Peter Blanck.

  Kaum zu erahnen: Der einstige See ist nur noch ein Tümpel. © MOZ

Gleich zwei einstige Adelssitze, nämlich Grüntal und Sydow, drängen sich im Ortsteil Grüntal der Gemeinde Sydower Fließ. Für den zweiten Ortsteil Tempelfelde ist selbiges nicht bekannt. Der Adel und sein Gefolge wussten einst zu leben. Eine Weinlaube am Roten Weg, von der es heute nur noch einige bauliche Reste gibt, dürfte ein Zeichen vergangenen Wohlstands sein. Diese Reste sind zu entdecken, wenn man den Verbindungsweg von Tempelfelde zum Roten Weg nach Grüntal zu Fuß oder mit dem Fahrrad erobert.

Bis vor kurzem war er gar nicht vorhanden, bäuerliche Großproduktion konnte auf solche kleinen Feldraine keine Rücksicht nehmen. Zusammen mit dem Regionalpark Barnimer Feldmark und einer gehörigen Portion Fördermittel ist der nahezu zwei Kilometer lange Weg aus der Versenkung geholt worden. Für die Gemeinde beschränkten sich die Kosten auf rund 15 000 Euro. Insgesamt waren es rund 200 000 Euro. Mit seiner wassergebundenen offenen Deckschicht soll er zum Wandern und Radeln einladen und ist daher für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Dabei hätte es sicher nicht nur für einen schnöden Weg eine Regionalparkförderung gegeben. Die Trasse wird komplett flankiert von einem neu angelegten Biotopstreifen mit Sanddorn, Holunder, Bienenweide und anderem mehr, der zurzeit noch eingezäunt und damit vor Wildverbiss geschützt ist.

In Grüntal angekommen, sollte sich der Wanderer den ehemaligen Gutspark von Sydower vormerken. Hier ist Natur pur zu erleben. Große Bäume, noch erkennbare Alleen und Sichtachsen wirken als reiner Laubwald mit seinem Dunst und feuchten Kleinklima wie eine Sauerstoffdusche pur für die Lungen. Schüler haben sich auch mit dem Park befasst und besondere Stellen und Bäume mit Tafeln markiert. Jetzt kommt es der Gemeinde darauf an, die Bäume in ein Baumkataster aufzunehmen und Schritt für Schritt den Park von Grüntal, genau genommen den des Gutes Sydow, wieder in seine ursprüngliche Fassung zu bringen. Nach Worten von Blanck ist dafür allerdings ein Zeitraum von zehn Jahren anzusetzen.

Wer sich in den Urwald traut, kann vielerlei entdecken. Trocken gewordene Gräben und die Reste des Sees, der noch in ganz alten Falk-Landkarten eingezeichnet ist, wie Blanck weiß. Während das alte Gutshaus vor sich hindämmert, ein Eigentümer ist nicht auffindbar, so der amtierende Bürgermeister, hat sich in der ehemaligen Gärtnerei des Gutes schon viel getan. Auch in den Bereich der Brennerei ist Bewegung gekommen.

Zurück in Tempelfelde könnte sich der Wanderer vielleicht in der „Linde“ stärken, wenn es der Gemeinde gelingen sollte, einen Pächter zu finden. Zumindest aber, ehe Biesenthal oder an den Windmühlen vorbei Bernau angesteuert wird, sollte man einen Blick in Richtung Dorfteich werfen. Neu angelegt zur Verbesserung der Straßenentwässerung kann man dort Reiher beobachten. Die schert relativ wenig, dass die Bauarbeiten zur Verbesserung der Entwässerung der Tempelfelder Ortsdurchfahrt nicht so wie geplant laufen. Während die Straße von der Kita in Richtung Schönfeld erneuert worden ist, bleibt die Straße in Richtung Grüntal vorläufig unverändert, gab das Land Bescheid. Es fehle das Geld. Damit müssen bei Starkregen die Anlieger an der gegenüberliegenden Seite des Dorfteiches immer noch damit rechnen, dass die Straße unter Wasser steht, das bis in ihre Grundstücke hineinläuft. Ebenfalls aus Geldgründen ist die Nachwuchspflege an Teich entfallen. Dafür aber müsse eine Lösung gesucht werden, hieß es.

Außerdem wollte Blanck bei der Amtsverwaltung das Verständnis dafür wecken, dass der Jugendtreff bessere Sanitäranlagen braucht. Informationen gab es zum Spielplatzbau in Tempelfelde. Vor Ort besah man sich die Friedenseiche, neben der ein Denkmal für Opfer von Kriegen entstehen soll und traf erste Festlegungen. Kümmern müsse man sich auch um die Altreifen vor dem ehemaligen Märka-Standort.

Kritisch beäugt wurde bei der Begehung der Rotpfuhl. Der müsse erweitert werden. Einem Reh war indessen die versammelte Verwaltungskraft an dem Noch-Idyll offenbar ziemlich gleichgültig. Unbeeindruckt suchte das Tier einen Platz, um seinen Durst zu stillen.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Lesezeichen setzen

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

07.02.2012 07:12 Thema

Der Wind als Goldesel

Bernau (MOZ) Breydiner Gemeinschaft strebt an, finanziellen Erlös aus den Anlagen direkt in die Gemeinde zu leiten Breydin hat Windeignungsgebiete mit potenziellem... mehr

17.05.2011 06:57 Thema

In Tempelfelde 
 zieht wieder Ruhe ein

Eberswalde (moz) Bis zum Dorffest am 28. Mai soll auf der Tempelfelder Hauptstraße wieder Ruhe eingezogen sein. Diese erfreuliche Nachricht war in der Ge­mein­de­ver­tre­tersitzung... mehr

03.03.2010 21:00 Thema

Lustwandeln nach Frühstück in der " Linde "

Bernau " Zwanzig14 " heißt die Strategie der Gemeinde Sydower Fließ. Es ist ein Aufgabenkatalog, der bis zum Ende der Legislaturperiode der Gemeinde die Richtung... mehr




Regionalnavigator

Angermünde Bad Freienwalde Beeskow Bernau Eberswalde Eisenhüttenstadt Erkner Frankfurt (Oder) Fürstenwalde Schwedt/Oder Seelow Strausberg

Ort, PLZ oder Redaktion

Regional

© 2010 moz.de Märkisches Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG
...