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Die Suche nach dem Geschmack der Region

Eichhorst (moz) Von Lea Sophie Lukas

  © MOZ/Lea Sophie Lukas

Henry Pepinski kriegt einfach nicht genug. Wollte man den Begriff „Tausendsassa“ in einem Nachschlagewerk bebildern – ein Porträt des 56-Jährigen wäre wohl genau das Richtige. Seit zehn Jahren lebt Pepinski in Eichhorst, hat dort mit seiner Frau Brigitte ein altes Haus gekauft und es selbst saniert. „Ich hab doch von so was keine Ahnung, aber wir haben es uns schön gemacht“, sagt er. „Dabei wollte ich ja eigentlich nie eine Immobilie besitzen.“ Heute ist er trotzdem Hauseigentümer und darüber zum Heimwerker geworden.

Und auch wenn Henry Pepinski mit dem Gröbsten durch und das Heim so gut wie fertig ist, in seiner Freizeit ist er trotzdem immerzu schwer beschäftigt. Er malt Bilder. „In Öl, in Acryl, wenn Sie wollen auch in Aspik“, sagt er und lacht. Außerdem hat er sich vor ein paar Jahren anlässlich des 70. Geburtstages seiner Mutter einen alten Leierkasten ausgeliehen, der ihm so gut gefiel, dass er ihn hinterher kurzer Hand gekauft hat. „Ich hatte mich halt verliebt“, sagt er über das Musikinstrument, mit dem er seither gerne durch die Region fährt, um die Menschen zu unterhalten, auf Weihnachtsmärkten oder in Seniorenwohnheimen aufzutreten.

Henry Pepinski, der am MOZ-Stand in weißem Hemd, Nadelstreifenweste und mit einem Stohhut auf dem Kopf auftauchte und für ein spontanes Ständchen sorgte, kennt und braucht keine Ruhe. „Ich muss immer in Bewegung bleiben“, sagt der gebürtige Berliner, der der Großstadt seiner Frau zuliebe den Rücken gekehrt hat. Nach einem anfänglichen Kulturschock ist er heute zufrieden mit dem Leben in Eichhorst. „Die Landschaft ist doch ein Geschenk. Und man lebt hier einen anderen Rhythmus“, sagt er.

In Berlin hat Henry Pepinski 28 Jahre lang in der Gastronomie sein Glück gesucht und Läden mit mehr als 150 Plätzen gemanagt. Heute bewirtet er Gäste nur noch aushilfsweise – in der Eichhorster Eisdiele seines Sohnes Michael. Denn der ist den Eltern von der Großstadt aufs Dorf gefolgt. „Ich springe nur ein, wenn Not am Mann ist“, sagt der Vater. Denn eigentlich hat er zurzeit anderes zu tun.

Für den Tourismusverein Schorfheide-Chorin macht Henry Pepinski ganz einfach das, was er am besten kann: durchs Land ziehen, mit Menschen ins Gespräch kommen und fast wie nebenher noch einen kulinarischen Wanderführer für die Schorfheide organisieren. „Ich rede mit Gastronomen und Privatleuten aus der gesamten Region und bitte sie um ihre liebsten Koch- und Backrezepte“, erklärt er seine Tätigkeit. „Aus allen Orten, die an den 15 Wanderrouten liegen, die wir im Buch beschreiben, wollen wir so jeweils ein Rezept abdrucken. Vom Eintopf bis zum Festtagsessen, es ist für jeden was dabei.“

Noch den ganzen September über wird Henry Pepinski mit vier Kollegen fleißig weiter sammeln. Wenn alles nach Plan läuft, soll der kulinarische Wanderführer schon im kommenden Jahr erscheinen. Erzählt werden darin auch kurze Anekdoten aus den Orten. Das Buch soll Appetit machen –
nicht nur auf das Essen, sondern auch auf die Menschen und die Landschaft der Schorfheide.

Der Langeweile, die nach der Veröffentlichung möglicherweise aufkommen könnte, beugt Henry Pepinski auch schon vor. „Ich besuche Lehrgänge und lasse mich zum Touristenführer für die Schorfheide ausbilden“, berichtet er von seinem zweiten aktuellen Projekt. Neuland ist aber auch das nicht für ihn, denn seine Heimatstadt Berlin und auch Potsdam zeigt und erklärt er Besuchern schon lange.

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