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Viola Petersson 28.08.2010 08:38 Uhr
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Seeausflug zum Geburtstag

Joachimsthal (moz) 20 Jahre Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin – zum runden Geburtstag hatte das Kuratorium am Donnerstagnachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung und einer Exkursion eingeladen. Ziel war der Werbellinsee.

  © GMD

„Das Kuratorium hat seine eigene Sicht auf die Biosphäre“, sagt Vorsitzende Solveig Opfermann bei der Eröffnung im Kaiserbahnhof Joachimsthal. Es verstehe sich als „Wächter und Begleiter“ der Reservatsverwaltung. Opfermann verhehlt nicht, dass es eine Zeit des sehr kritischen Sich-Gegenüberstehens gab. Was auch aus dem Ursprung der Biosphäre, der Verordnung vom 12. September 1990, verabschiedet noch von der DDR-Regierung, resultiere. Inzwischen sei man in ruhigerem Fahrwasser unterwegs. „Eine gewisse Wachsamkeit ist geblieben“, macht die oberste Barnimer Naturschützerin deutlich. Denn per Verordnung sei die Reservatsverwaltung seinerzeit mit einer großen „Machtfülle“ ausgestattet worden. Und auch die Umsetzung des Gesetzes bezeichnet Opfermann als „weniger gelungen“. Ungeachtet dessen seien in den vergangenen 20 Jahren viele Projekte realisiert worden. Als ein positives Beispiel für die Verbindung von Biosphäre und Region nennt sie die Einführung der Regionalmarke. Fast 100 Vereine, Betriebe bzw. Einrichtungen seien derweil Träger dieser, und es liegen weitere Anträge vor. Deshalb hoffe sie sehr auf die Weiterführung.

„Die Biosphäre an sich ist eine gute Idee“, sagt die Mitarbeiterin der Kreisverwaltung. Allerdings ginge es nur miteinander, mahnt sie, um sogleich noch klarere Worte zu finden. „In den vergangenen zwei Jahren hat es bei der Kommunikation deutliche Fortschritte gegeben.“ Womit Opfermann – überraschenderweise – klar Position für Reservatsleiterin Constanze Simon bezieht. Die Schützenhilfe kommt nicht von ungefähr. Denn noch immer sei die Personalie nach der Klage vor dem Arbeitsgericht Potsdam und dem Urteil nicht endgültig entschieden, wie die Chefin des Kuratoriums sagt. Alrun Nüßlein, Pressesprecherin im Brandenburger Umweltministerium, bestätigt auf Anfrage: „Wir haben fristwahrend Revision gegen das Urteil eingelegt.“ Ansonsten gebe es „keinen neuen Stand“.

Aber auch der Unterstützung einiger Amtsdirektoren und Bürgermeister kann sich Simon offenbar sicher sein. „Zwei-Zentner-zehn sind an Ihrer Seite“, ruft Angermündes Bürgermeister Wolfgang Krakow Constanze Simon zu. Nicht ohne gleichzeitig die Hoffnung auszudrücken, dass die Kleinstadt Sitz der Reservatsleitung bleibt. Joachimsthals Amtsdirektor Dirk Protzmann erinnert daran, dass die betroffenen Kommunen „schwere und schwerste Zeiten“ mit der Biosphäre hinter sich haben. Kompromisse haben „wir uns mühsam erkämpfen müssen“. Oft sei auf Seiten der Biosphäre „keine Dialogbereitschaft“ zu erkennen gewesen, redet Protzmann Tacheles. Seit zwei Jahren aber sei das Verhältnis doch wesentlich entspannter.

Constanze Simon bedankt sich für so viel Zuspruch. Und sie erläutert ihre Visionen. Simon will die Biosphäre zu einer erlebbaren Modellregion entwickeln. Dazu gehöre vor allem, die Unterschiede zwischen Reservat und „außerhalb“ deutlich zu machen. Wenn heute sogar in der Biosphäre industrielle Tierhaltung möglich ist oder eine 380-kV-Freileitung genehmigt wird, dann frage man sich schon, worin nun die Besonderheit des Schutzgebietes liege, womit man sich abhebe, so die kommissarische Leiterin.

Trotz aller Probleme und Konflikte – „dass wir heute hier stehen, verdanken wir 20 Jahre Biosphäre“, sagt Professor Vera Luthardt von der Eberswalder Hochschule HNE. Die Dozentin spricht von einer „Erfolgsstory“, einer Erfolgsgeschichte natürlich verbunden mit vielen „Irrungen und Wirrungen“.

Am Projekt der Moorrenaturierung „Fliegner Teiche“ bei Wildau zeigt Andreas Krone vom Wasser- und Bodenverband 
„Finowfließ“, wie Problemlösungen aussehen können, wenn das Zusammenspiel aller Partner funktioniert. Das Verfüllen von Gräben, das Durchtrennen von Drainageleitungen und weitere Maßnahmen ermöglichten, die Wasserstände innerhalb der Teiche sichtlich zu erhöhen und dem Austrocknen der Schorfheide Einhalt zu gebieten.

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