Joachimsthal (moz) Zehn Ruderer, ein Steuermann oder zehn Ruderinnen und eine Steuerfrau: Das war die Besatzung der Boote beim Barnimer Kutterrudern am Werbellinsee. Insgesamt vierzehn Mannschaften, darunter vier Frauenteams, hatten sich daran beteiligt. Das war Teilnehmerrekord.
Volle Kraft voraus: Das Männer-Boot des Segelsportclubs Werbellinsee (Foto) siegt in zwei Finalläufen klar gegen das Wirte-Boot.
Und auch die Zuschauer schienen sich der allgemeinen Euphorie anzuschließen, denn ihre Zahl dürfte ebenfalls rekordverdächtig gewesen sein. Petrus hatte ein Einsehen, das Wetter hielt und sogar die Sonne gab sich die Ehre.
Die Organisatoren waren allesamt hochzufrieden. Ronald Kühn, Vorsitzender des Kreissportbundes, freute sich über die hohe Teilnehmerzahl und den sportliche Grundgedanken des Wettkampfes. „Wer hier mitfährt, muss ordentlich trainiert haben. Einfach reinsetzen und losrudern geht nicht“, erläuterte er. Und das bestätigten auch die Aktiven, die bereits ab Mai regelmäßig an den Rudern saßen, um zu trainieren.
Viele sind aber auch sonst sportlich ambitioniert. So auch Olaf Sachs, Zahnarzt aus Eberswalde und Starter für das Team „Wirtschaft Männer“. Zum siebten Mal ist er bereits dabei und betreibt in der Freizeit Kraft- und Konditionssport. Und natürlich Kutterrudern. „Die Wirtschaft darf nicht schlappmachen“, sagte Rechtsanwalt Tim Porschitz vom selben Team ein wenig spaßig. Die Mannschaft war Titelverteidiger und wurde im Vorfeld als Favorit gehandelt. Am Ende sprang Platz fünf heraus.
Die Veranstaltung wurde vom Kreissportbund in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Joachimsthal, die erstmals ein eigenes Team stellte und dem Seesportclub Werbellinsee e.V. (SSC) organisiert. Ein besonderer Dank ging an alle Sponsoren und Helfer sowie an Bernd Bessel und die Abteilung Kanu des SV Stahl Finow, die für die elektronische Zeitnahme und somit für genaueste Ergebnisse sorgten.
Eröffnet wurde der Wettkampf von den Teams des SSC und den Kanuten vom SC Empor Eberswalde. 500 Meter gegen die Uhr und die eigene Belastungsgrenze. Entscheidend war für die meisten der olympische Gedanke: „Dabei sein ist alles“.
„Unser Ziel ist es, nicht Letzter zu werden“, witzelte Thomas Walther vom Team „Verwaldung“, einer gemischten Mannschaft aus Verwaltungsangestellten und Forstwissenschaftlern. Mit einem erreichten sechsten Platz wurde die Zielsetzung mehr als übertroffen.
Joachimsthals Bürgermeisterin Gerlinde Schneider hob die reibungslose Zusammenarbeit der Organisatoren besonders positiv hervor. Zur Eröffnung war auch Silvia Ulonska, Sozialdezernentin des Kreises Barnim, gekommen, die beste Wünsche von Landrat Bodo Ihrke überbrachte. Außerdem waren Gäste aus Joachims-thals Partnerstadt Golczewo in Polen angereist. Unter ihnen auch Bürgermeister Andrzej Danieluk, der sich von der Begeisterung anstecken ließ und für das nächste Jahr eine eigene Mannschaft in Aussicht stellte.
Als krönenden Abschluss gab es ein imposantes Feuerwerk.
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