Grüntal (moz) Pakistan ist durch die Jahrhundertflut in die Schlagzeilen gekommen. Ein Fünftel der Landesfläche steht unter Wasser und die Hilfsaktionen laufen nur langsam an. Einen Blick jenseits von Flut und Taliban gaben die Entwicklungshelfer Alexander Kühne und Maria Jacobi Schülern der Grundschule Grüntal.
Dabei stand, neben Kultur und Religion, vor allem der Alltag der Menschen auf dem Lehrplan. Die beiden Entwicklungshelfer arbeiten in der Millionenstadt Lahore und unterstützen in einem Zentrum benachteiligte Menschen, den Schritt in die Selbständigkeit zu machen. Als Grüntaler war der Vortrag für Alexander Kühne ein Heimspiel. 1991 drückte er an der Grundschule das letzte Mal die Schulbank, ehe er auf das Gymnasium in Eberswalde ging. In Pakistan ist der Agrarökonom nun in der Landwirtschaft tätig und vermittelt sein Wissen über Ökolandbau. Die Berlinerin Maria Jacobi lehrt an einer Grundschule und unterstützt Kinder aus armen Bauernfamilien, lesen und schreiben zu lernen.
Beide Entwicklungshelfer wollten mit ihrem Vortrag am negativen Pakistan-Bild in Deutschland rütteln. Die Berichterstattung sei geprägt durch Katastrophen und entspricht nicht dem Leben der Menschen, meint Kühne. Den Schülern der sechsten Klasse zeigte er mit einer Diaschau und kunstvollen Gewändern die andere Seite vom Land am Indus und diese dankten es ihm mit interessanten Fragen: Wie hält man eine Rikscha an? In welchem Alter heiraten Pakistanis? Wie halten die Menschen den Fastenmonat Ramadan durch? In anderthalb Stunden streckten die Sechstklässler unzählige Male die Finger in die Luft. Die Wissbegierigkeit der Grüntaler Schüler war durchaus groß.
Schüler Clemens Kindermann würde zwar aus Sicherheitsgründen nicht nach Pakistan reisen, jedoch sei er vom Land begeistert. Dieses Interesse wollten Rektor Klaus-Peter Blanck und Klassenlehrer Andreas Martinköwitz bei den Schülern mit dem Vortrag wecken. Den Kontakt zu den Entwicklungshelfern baute der Rektor beim 95. Geburtstag der Großmutter von Alexander Kühne auf. Der 33-Jährige kehrt nahezu in jedem Urlaub in seine Heimat zurück und freute sich, in seiner ehemaligen Schule ein anderes Bild vom fernen Pakistan zu zeigen.
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