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Daniela Windolff 31.08.2010 21:09 Uhr
Red. Uckermark, Uckermark

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Auf Stimmenfang gegen 380 000 Volt

Angermünde (moz) Mit Straßentheater, Luftballons und Infostand haben am Dienstag Bürgerinitiativen und Vereine beim Aktionstag auf dem Angermünder Marktplatz auf ihre Bedenken bezüglich der geplanten Uckermark-Hochspannungsleitung aufmerksam gemacht. Die Gegner befürchten negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner in unmittelbarer Nähe der Stromleitung durch Elektrosmog sowie Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes, der Vogelwelt und Auswirkungen auf den Tourismus. Sie fordern größere Mindestabstände zu Wohngebieten und Erdverkabelung in sensiblen Bereichen.

  Angst vor dem Strommast: Mit einem Theaterstück warnten Bürgerinitiativen und Vereine vor den Folgen der 380 000 Volt-Leitung, die quer durch das Biosphärenreservat errichtet werden soll. © Stefan Csevi

115 Kilometer lang soll sich die neue 380-Kilovolt-Hochspannungsleitung durch die Landkreise Uckermark und Barnim schlängeln, mitten durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und quer durch bzw. dicht vorbei an 26 Städten und Dörfern.

Am Infostand des Vereins Kulturlandschaft lagen großformatige Karten aus, die die geplante Schneise der Stromleitung ausweisen, die von Bertikow bei Prenzlau über Vierraden mit Anschluss nach Krajnik Dolny in Polen über Landin, Pinnow, Angermünde, Mürow, Eberswalde bis nach Neuenhagen bei Berlin führen soll. Der Verein Kulturlandschaft gehört neben der Bürgerinitiative „Biosphäre unter Strom“ und dem Verein „Wir in der Biosphäre“ zu den Initiatoren des Aktionstages und der öffentlichen Anhörung zur Uckermark-Leitung, die am Mittwoch im Kloster stattfindet.

„Ich möchte, dass das Biosphärenreservat so erhalten bleibt, wie es ist, deshalb bin ich heute hier. Ich will mich über die Pläne und Auswirkungen informieren und wenn ich damit nicht einverstanden bin, werde ich auch meine Einwände formulieren“, erklärte Besucherin Brigitte Savoly aus Angermünde. Auch aus betroffenen Ortsteilen wie Herzsprung, Kerkow und Schmargendorf waren Bürger zum Aktionstag gekommen. Die Theatergruppe Spilwut nahm mit Musik, Tanz und einem Riesenstelzenmann als Synonym für die gigantischen Strommasten die Pläne des Energiekonzerns Vattenfall und 50 Hertz Transmission aufs Korn. Am Infostand lagen Pläne, Broschüren Unterschriftenlisten und Musterdrucke für Einwendungen im Planfeststellungsverfahrens aus. „Wir haben noch eine reale Chance, diese Hochspannungsleitung mitten durch unsere Region zu verhindern, wenn möglichst viele Bürger Einwände dagegen erheben. Das kann jeder tun, ob Betroffener oder nicht, ob Tourist oder Einheimischer. Dazu wollen wir heute aufrufen, Argumente liefern und über das Verfahren und auch über die Rechte der Bürger aufklären“, sagte Thomas Pfeiffer von der Bürgerinitiative.

Die Unterlagen liegen derzeit für jedermann einsehbar aus. „An den vielen Problempunkten, die schon im Raumordnungsverfahren als bedenklich eingeschätzt wurden, hat sich bis heute nichts verbessert. Es gibt schon viele Einwände, je mehr es sind, desto schwerer wird es für die Behörden, sich darüber hinwegzusetzen.“ Sollte die Bürgerinitiative im eigentlichen Verfahren nicht durchkommen, ist sie entschlossen, vor Gericht zu ziehen, so Pfeiffer. Unterstützung erhalten die Akteure von den Naturschutzverbänden, von betroffenen Bürgern, von Städten und Gemeinden, die sich auch an Gutachterkosten beteiligten und sogar von vielen Vertretern der Landesbehörden.

Bei der öffentlichen Anhörung, die am Kittwoch ab 16 Uhr bis gegen 22 Uhr im Kloster stattfindet, werden Gutachter von Vattenfall auf Gutachter der Bürgerinitiative treffen und Argumente tauschen. Themen sind unter anderem die Gesundheitsgefährdung, das Landschaftsbild, Naturschutz, Notwendigkeit der Leitung und Alternativen.

Auch jeder Bürger hat die Gelegenheit, seine Bedenken vorzutragen oder Fragen zu stellen. Für kostenlose Speisen und Getränke sorgen die Veranstalter.

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