Hoppegarten (moz) Die Diskussion der neuen Straßenreinigungssatzung ist in vollem Gange. Viele Details konnten inzwischen geklärt werden. Jetzt gibt es von der Fraktion der Linken Anregungen, eine Pferdesteuer einzuführen, um daraus Mittel für die Beseitigung von Pferdeäpfeln bereitstellen zu können.
Ausfahrten und Ausritte: Gern werden auch die touristischen Freizeitangebote hoch zu Ross oder mit der Kutsche angenommen, ohne an die „Folgen“ zu denken
In Hoppegarten leben nicht nur über 17 000 Einwohner, sondern auch rund 800 Pferde. Überall, wo Autos fahren, Fußgänger laufen, Radfahrer radeln, trifft man auf den Straßen, Wegen und Pfaden auch Pferde. Reiter gehören zum Ortsbild in allen drei Ortsteilen. Hoch zu Ross werden die Trainingsanlagen aufgesucht oder Ausritte unternommen, geht es auf die Weide oder zurück in den Stall. Speziell ausgewiesene Reitwege gibt es allerdings bislang nur wenige.
Klaus Otto, Fraktionsvorsitzender der Linken, Ortsbeiratsmitglied in Münchehofe und Mitglied des Hauptausschusses, stellt derzeit überall eine Pferdesteuer zur Diskussion. „Ich sehe nicht ein, dass die Reiter reiten und die Anlieger hinter ihnen den Dreck wegräumen sollen. Das ist ja wie im Feudalismus, wo die Herren hoch zu Ross unterwegs sind und ihnen der kleine doofe Michel nachzuräumen hat“, schimpft er. Eigentlich müssten die Verursacher die fallengelassenen Pferdeäpfel aufräumen, fordert er. Oder man müsse eben im Interesse der Sauberkeit des Ortes eine Pferdesteuer einführen. Die Hundesteuer werde aber auch nicht für die Beseitigung des Hundekots ausgegeben, gab man zu bedenken. Viel Anklang fand sein Vorschlag dann doch nicht, auch im Hauptausschuss waren die anderen Mitglieder der Meinung, dass eine Pferdegemeinde mit den Pferdeäpfeln leben können müsste.
Da Pferde als Verkehrsteilnehmer gelten, so erklärte Angela Schnabel, Fachbereichsleiterin in der Gemeindeverwaltung, müssten sie sowieso auf die Straße, da wären dann Pferdeäpfel auch kein Problem mehr, sagte sie. Die einzigen Straßen, die nach der neuen Satzung noch von den Anliegern selbst gereinigt werden müssten, seien unbefestigte Anliegerstraßen. Aber dort seien Pferdeäpfel noch nie ein Problem gewesen, wie die Vergangenheit gezeigt hatte.
Bei einer Zusammenkunft von Reitvereinen in Münchehofe – hier leben 550 Einwohner und über 200 Pferde – sollte an einer Lösung gearbeitet werden. „Aber wir haben noch keine praktikable gefunden“, sagte Angela Schnabel.
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