Bernau (moz) Von Kai-Uwe Krakau
„Schulbusbegleiter“ gibt es im Barnim seit einem dreiviertel Jahr – gestern zogen die vier Partner eine erste Bilanz.
Selten war man sich so einig: das Projekt, auf drei Jahre befristet, ist ein Erfolg. Aber, und auch darin stimmten der Landkreis Barnim, die Gemeinde Ahrensfelde, die Barnimer Busgesellschaft (BBG) und die Kreisverkehrswacht überein, es muss „flächendeckend und bezahlbar“ fortgesetzt werden. Wie das geschehen soll, sei in den kommenden Monaten auszuloten, hieß es. Erste Ideen gibt es bereits.
Das Projekt war ursprünglich in Ahrensfelde geboren worden. Teilweise chaotische Zustände in den Bussen hatten die Eltern alarmiert, die Barnimer Busgesellschaft sorgte sich ebenfalls um die Sicherheit der Schüler. Nicht zuletzt war es auch der Ahrensfelder Bürgermeister Wilfried Gehrke, der sich für eine Lösung einsetzte. „Die Kritik der Eltern ist in positive Bahnen gelenkt worden“, nannte das gestern Landrat Bodo Ihrke (SPD).
Das Verkehrsunternehmen, es befördert täglich rund 6500 Mädchen und Jungen zu den Schulen und wieder nach Hause, ist zufrieden. „Auf den Linien nach Blumberg und Ahrensfelde hat sich die Situation beruhigt“, sagte BBG-Geschäftsführer Frank Wruck. Er wies darauf hin, dass es für die Fahrer oft schwierig sei, allen Erfordernissen gerecht zu werden. Sie müssten einerseits auf den Verkehr achten, darüber hinaus aber auch im Blick haben, was im Bus passiert. „Da ist es schon hilfreich, wenn ein Begleiter mitfährt“, so Wruck.
Von „positiv überraschten Eltern“ sprach Bürgermeister Gehrke. Denn diese hätten nicht daran geglaubt, dass das Projekt so schnell umgesetzt wird. Außerdem freuten sie sich natürlich darüber, dass es in den Schulbussen deutlich ruhiger geworden ist, so der Ahrensfelder Verwaltungschef. „Auch die Kinder fühlen sich sicherer.“
Die Kreisverkehrswacht Barnim hatte Schulung und Training der Busbegleiter übernommen. Seit Januar sind Hans-Peter Senst und Ralf Polten in den Bussen unterwegs. Die beiden Männer sollen dafür sorgen, dass die Kinder vernünftig einsteigen, später auf ihren Plätzen sitzen bleiben und es nicht zu Prügeleien kommt. Zunächst waren sie lediglich auf den Strecken zur Grundschule Blumberg eingesetzt, dann aber auch auf Linien von und nach Biesenthal, Grüntal, Werneuchen und Oderberg.
Monatlich gibt es eine Besprechung, an der Vertreter der vier Partner und die Busbegleiter teilnehmen. „Wir können so flexibel auf neue Situationen reagieren“, sagte der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht, Walter Papritz.
Wie soll es aber nach den drei Jahren weitergehen? Ursula Marhold schwebt eine Art Lotsendienst vor. Schüler der 5. Klassen, „durchsetzungsfähig und mit positiver Ausstrahlung“ könnten entsprechend ausgebildet werden. „Die Bildungseinrichtungen müssen das aber auch wollen“, so die Projektkoordinatorin der Verkehrswacht. Die Idee findet auch bei Landrat Ihrke durchaus Anklang. Er hält jedoch auch „Interventionspersonal“, also Erwachsene für ganz schwierige Fälle, für erforderlich. Für ein Weitermachen plädiert ebenfalls Bürgermeister Gehrke. Allerdings: „Die Eltern tragen die Hauptverantwortung für ihre Kinder“.
Das gesamte Projekt kostet über die drei Jahre 86 000 Euro.Davon trägt nach Angaben von Walter Papritz das Land Brandenburg 10 800 Euro. Den Eigenanteil von 19 800 Euro teilen sich die Gemeinde Ahrensfelde, der Kreis Barnim und die BBG. Die restliche Summe kommt vom Bund. Die Verkehrswacht ist mit „Nebenkosten“ dabei.
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